Aktualisiert 15.12.2010 23:05

Dietikon ZHLimmattaler Einbrecherduo muss hinter Gitter

Zwei Limmattaler haben innerhalb von drei Jahren 110 Einbrüche verübt und Beute für über eine halbe Million Franken gemacht. Nun müssen die beiden geständigen Schweizer ins Gefängnis.

von
Attila Szenogrady

Es war in der Nacht auf den 3. Februar 2004, als zwei Diebe an der Birmensdorferstrasse in Urdorf in eine Autospenglerei eindrangen und neben Bargeld für 500 Franken eine Fotokamera, ein Mobiltelefon sowie einen Flachbildschirm entwendeten. Das war der Auftakt zu einer eindrücklichen Einbruchsserie, die erst im Februar 2007 mit der Verhaftung von zwei heute 31-jährigen Limmattalern enden sollte.

Ueber 110 Einbrüche verübt

Der Industrielackierer aus Urdorf und der Kampfsportler aus Schlieren legten nach einer mehrmonatigen Untersuchungshaft ein umfassendes Geständnis. Demnach hatten sie innerhalb von drei Jahren bis zu 110 Einbrüche verübt. Dabei hatte sich das Duo ausschliesslich Firmen und Gewerberäume in den Industriegebieten von Schlieren, Urdorf, Dietikon und Spreitenbach als Zielobjekte ausgesucht. Rund 70 Einbrüche hatten die beiden Schweizer Staatsangehörigen gemeinsam verübt. Die restlichen Diebstähle hatte der Angeklagte aus Schlieren im Alleingang ausgeführt.

Fette Beute

Die Angeklagten stahlen nicht nur Bargeld, sondern auch diverse elektronische Geräte, EDV-Zubehör, aber auch teure Armbanduhren und Schmuck. Die fette Beute betrug mit rund 513 000 Franken über eine halbe Million Franken. Der gesamte Sachschaden bezifferte sich auf 350 000 Franken. Den Grossteil der Summen gaben die Beschuldigten für die Freizeit und den Ausgang aus.

Im September 2009 mussten sich die beiden Täter wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls zunächst vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Sie hatten Glück und kamen mit bedingten Freiheitsstrafen von je zwei Jahren davon. Die erste Instanz hielt den Ersttätern nicht nur Reue und Einsicht, sondern auch Wohlverhalten seit ihrer Freilassung zugute.

Sechs und fünf Jahre verlangt

Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis legte gegen den milden Entscheid Berufung ein und verlangte kürzlich vor Obergericht massive Straferhöhungen. Anklägerin Claudia Wiederkehr forderte für den Haupttäter aus Schlieren eine hohe Freiheitsstrafe von sechs Jahren, für den Urdorfer Komplizen fünf Jahre. Zum Schrecken der beiden Verteidiger, welche vehement die Bestätigung des Dietiker Entscheides verlangten und kein Verständnis für die hohen Strafanträge zeigten. Beide Angeklagten seien keine brutalen Schlafzimmerräuber, erklärte ein Anwalt dazu.

Doch noch ins Gefängnis

In seinem am Mittwoch eröffneten Urteil haben die Oberrichter einen Mittelweg eingeschlagen. Sie setzten neu teilbedingte Strafen fest. Drei Jahre für den Dieb aus Schlieren. Davon ein Jahr unbedingt. 28 Monate für den Urdorfer, wobei acht Monate ohne Bewährungschance. Fazit: Beide Diebe müssen doch noch ins Gefängnis. Allerdings bei weitem nicht so lange, wie es die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

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