Aktualisiert 29.09.2009 15:11

Miss Schweiz

Linda Fäh nervt die Emanzipierten

Miss Schweiz Linda Fäh sieht ihre Zukunft als Mutter und Hausfrau. Dass die neue Schönheitskönigin so konservativ denkt, entrüstet Schweizerinnen, die seit langem für die Gleichstellung kämpfen.

von
Yvonne Zurbrügg

Die neue Miss Schweiz träumt nicht von einer Hollywood-Karriere, sondern vom Hausmütterchen-Dasein. «Kinder bekommen ist das Grösste», erklärte die gläubige Katholikin gegenüber 20 Minuten. Dafür würde sie ihren Job als Bankkauffrau auch ganz aufgeben: «Ich will meinen Nachwuchs aufwachsen sehen.»

Barbara Berger, Zent­ralsekretärin der SP- Frauen, ist generell genervt über das konservative Rollenbild der Miss-Finalistinnen: «Häusliches Glück für die Frau, professionelles für den Mann. Ist die Entwicklung spurlos an ihnen vorübergegangen?», fragt sie. Auf die Frage, was sie einer Frau, die die letzten 20 Jahre geschlafen hat, mitteilen würden, hätte keine Finalistin den Fortschritt in der Gleichstellungsfrage erwähnt. Lieber hätten sie von Familie geschwärmt.

Für alt Nationalrätin Rosmarie Zapfl ist es mit der Wahl Fähs höchste Zeit für den Start ihres Projekts «2020»: «Wir fahren von Zürich nach Appenzell, Lausanne, Pontresina und Bern und fragen, wie Frauen sich ihr Leben in Zukunft vorstellen. Ich hoffe, die Antworten fallen nicht alle aus wie die von Linda Fäh», so die Präsidentin von Alliance F, dem Bund Schweizerischer Frauenorganisationen.

Babette Sigg Frank, Präsidentin der CVP- Frauen, fordert mehr Toleranz: «Ist nach ­eigener Façon selig werden etwa nicht mehr erlaubt?»

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