Aktualisiert 01.03.2008 16:34

Lindert «Aibo» wirklich Einsamkeit?

Der Roboter als bester Freund des Menschen: In einer US-Studie erwies sich der künstliche Vierbeiner «Aibo» seinen haarigen Konkurrenz als ebenbürtig. Beiden gelang es, das Gefühl der Einsamkeit bei Bewohnern eines Pflegeheims zu lindern. Eine Professorin erhebt Zweifel an der Studie.

Die Forscher teilten 38 langjährige Bewohner in drei Gruppen auf. Eine Gruppe bekam jede Woche eine halbe Stunde Besuch von «Sparky», einem neunjährigen Mischlingshund. Die anderen verbrachten 30 Minuten mit «Aibo», einem von Sony entwickelten Roboterhund. Eine Kontrollgruppe erhielt keinen Besuch.

Gewöhnungszeit

Der Studie zufolge, die im März im «Journal of The American Medical Directors Association» erscheint, kam zu dem Schluss, dass die Teilnehmer beider Gruppen sich nach acht Wochen weniger einsam fühlten.

«Sparkys» Besitzern Marian Banks sagte, die Rentner hätten dem Hund ihre Lebensgeschichte erzählt und ihn gestreichelt.

Bei «Aibo» habe die Gewöhnung etwas länger gedauert, aber dann hätten sie auch zu ihm Vertrauen gefasst, ihn gestreichelt und mit ihm gesprochen. Auch «Aibo» wackelt mit dem Schwanz und gibt Laute von sich.

Schokoriegel so gut wie «Aibo»?

Die Professorin für Computerwissenschaften Sara Kiesler erhob Zweifel an der Studie der Universität von St. Louis. Möglicherweise habe nicht der Roboterhund das Gefühl der Einsamkeit reduziert, sondern der Mensch, der ihn gebracht habe, sagte sie. In einer weiteren Studie solle ein Besuch von «Aibo» mit jemandem verglichen werden, der ein Stofftier oder einen Schokoriegel bringe. (dapd)

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