Lindh-Mörder: Geschlossene Anstalt
Aktualisiert

Lindh-Mörder: Geschlossene Anstalt

Mijailo Mijailovic kommt für den Mord an der schwedischen Aussenministerin Anna Lindh nicht ins Gefängnis, sondern in eine geschlossene psychiatrische Anstalt.

Das hat das Oberlandesgericht in Stockholm in der Berufung entschieden.

Der 25-jährige Mijailo Mijailovic hatte Lindh im letzten September in einem Stockholmer Kaufhaus mit seinem Jagdmesser erstochen. In erster Instanz war er im März zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden.

Im Berufungsprozess hatte Mijailovic erneut jede Aussage verweigert. Er wollte auch über das Motiv für den von ihm gestandenen Anschlag nichts sagen.

Während die Staatsanwaltschaft erneut auf lebenslänglich plädiert hatte, verlangte Verteidiger Peter Althin Freispruch oder im Falle eines Schuldspruchs die Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Anstalt.

Er berief sich in seinem Plädoyer auf ein psychiatrisches Gutachten, das nach der ersten Instanz erstellt worden war. Darin wurden dem Sohn serbischer Zuwanderer schwere psychische Schäden zum Tatzeitpunkt bescheinigt.

Vor der ersten Verhandlung war ein anderes Gutachtergremium zu dem Ergebnis gelangt, dass die Abhängigkeit des Angeklagten von Drogen sowie andere psychische Probleme seine Schuldfähigkeit nicht eingeschränkt hätten.

(sda)

Deine Meinung