Tödlicher Tramunfall: Linie 11 als Sorgenkind der BLT
Aktualisiert

Tödlicher TramunfallLinie 11 als Sorgenkind der BLT

Zwei Tage nach dem tödlichen Unfall eines 16-Jährigen istdie Betroffenheit noch immer gross. Der BLT ist die Strecke schon länger ein Dorn im Auge.

von
Leonie Kaiser

«Die Strecke der Tramlinie 11 in Richtung Aesch ist auch wegen fahrlässigem Verhalten von Passagieren in und ums Tram unser derzeitiges Sorgenkind», so Fredi Schödler von der Baselland Transport AG (BLT). Durch die Videoüberwachung habe sich die Situation zwar etwas entspannt, weitere Sicherheitsmassnahmen seien aber unumgänglich.

Beim neu eingeführten Nachtnetz sollen Sicherheitsleute in den Trams anwesend sein. «Zudem arbeiten wir eng mit Schulen zusammen, um die Gefahren im öffentlichen Verkehr aufzuzeigen», so Schödler. Wie es zum Unfall kam, ist laut dem Baselbieter Polizeisprecher Meinrad Stöcklin noch immer unklar: «Dass der Junge vom hinteren Wagen erfasst wurde, ist lediglich eine theoretische Unfallursache.»

Wagenführerin Annemarie Gaugler weiss nach über 20 Jahren als Chauffeurin von Tramzügen der BLT von vielen schweren Unfällen. «Dass dann der Chauffeur meist als Sündenbock herhalten muss, ist nicht korrekt», so die 64-Jährige. Der Tod des Jungen sei sehr tragisch. Vor allem Jugendliche verhielten sich aber oft leichtsinnig und turnten etwa als Mutprobe auf den Gleisen herum.

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