Schäden nach Sturm und Hagel - Linke machen SVP für Unwetterschäden verantwortlich
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Schäden nach Sturm und HagelLinke machen SVP für Unwetterschäden verantwortlich

Stürme und Regen befeuern die Klimadebatte. Umwelt-Experte Rudolf Rechsteiner (SP) sieht die SVP in der Pflicht. «Quatsch», kontert SVP-Nationalrat Albert Rösti.

von
Claudia Blumer
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Nach Temperaturen von über 30 Grad am Wochenende folgten Anfang der Woche heftige Gewitter mit Sturm und Hagel. Die Schäden werden auf mehrere Millionen Franken geschätzt.

Nach Temperaturen von über 30 Grad am Wochenende folgten Anfang der Woche heftige Gewitter mit Sturm und Hagel. Die Schäden werden auf mehrere Millionen Franken geschätzt.

20min/News-Scout
Energie-Experte und Buchautor Rudolf Rechsteiner sieht die SVP in der Pflicht, gemäss dem Verursacherprinzip im Umweltgesetz. Weil die Partei in der Klimapolitik nicht kooperieren wolle und auch das CO2-Gesetz abgelehnt hat.

Energie-Experte und Buchautor Rudolf Rechsteiner sieht die SVP in der Pflicht, gemäss dem Verursacherprinzip im Umweltgesetz. Weil die Partei in der Klimapolitik nicht kooperieren wolle und auch das CO2-Gesetz abgelehnt hat.

zvg
«Quatsch», sagt SVP-Nationalrat Albert Rösti. Stattdessen sei es die SP-Klientel, die sich immer noch gegen den Ausbau der Wasserkraft stemme.
 © Franziska Rothenbuehler

«Quatsch», sagt SVP-Nationalrat Albert Rösti. Stattdessen sei es die SP-Klientel, die sich immer noch gegen den Ausbau der Wasserkraft stemme.
© Franziska Rothenbuehler

Darum gehts

  • Unwetter und Regen hinterlassen Milliarden-Schäden, so wird geschätzt.

  • Energie-Experte Rudolf Rechsteiner (SP) twittert: «Die Kosten des Hochwassers übernimmt die SVP. Verursacherprinzip, Umweltschutzgesetz Artikel 2»

  • Energiepolitiker Albert Rösti (SVP) wehrt sich: Die Formel «CO2-Gesetz gleich weniger Klimaschäden ist schlicht und einfach Quatsch».

Das Unwetter hat auch eine politische Komponente. «Ist eigentlich schon allen klar, dass wir kein schlechtes Wetter haben, sondern eine Klimakrise?», twittert Pfarrerin Sibylle Forrer. SP-Campaigner Flavien Gousset twittert: «Klimaschutz muss man sich auch erst mal leisten können?!» Ein Verweis auf das Volks-Nein zum CO2-Gesetz vom 13. Juni. Dazu ein Bild von Autos, die unter Bäumen begraben werden.

Der Basler Energie-Experte Rudolf Rechsteiner würde die Rechnung für die Unwetterschäden gerne der SVP schicken, wie er scherzhaft twittert: «Verursacherprinzip, Umweltschutzgesetz Artikel 2».

Dass die Klimaerwärmung einen Einfluss auf Wetter-Extreme hat, bestätigt ETH-Klimawissenschaftlerin Sonia Seneviratne im Interview. Unwetter mit grossen Regenwassermengen nähmen zu, sagt sie, ebenso wie extreme Hitze und Trockenheit. Und es werde noch schlimmer werden. Die einzige Lösung: «Eine CO2-Reduktion auf null.»

Es habe eine gewisse Tragik, sagt der ehemalige SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner: «Die ländlichen Gebiete, welche das CO2-Gesetz abgelehnt haben, leiden viel stärker unter den Umweltfolgen als die städtischen.» Und gerade auf dem Land hätten Klimaschutz-Investitionen grosses Potenzial. In seinem neu erschienen Buch «Die Energiewende im Wartesaal» hat der Basler die wirtschaftliche Dimension der Klimapolitik ausgeleuchtet. «Es brauche jetzt Investitionen in Solaranlagen, Photovoltaik, elektrische Ladestationen für Traktoren. Darin müssen wir investieren, nicht in Kampfjets.»

«Schlicht und einfach Quatsch»

Albert Rösti, Energiepolitiker und SVP-Nationalrat, wehrt sich gegen die Vorwürfe. «Herr Rechsteiner soll doch bitte seine eigene Klientel, die immer noch gegen den Ausbau der Wasserkraft agiert, zurückbinden, statt gegen die SVP zu frotzeln.»

Die Formel CO2-Gesetz in der Schweiz gleich weniger Klimaschäden sei «schlicht und einfach Quatsch», sagt Rösti. Einsparungen in der Schweiz wären im Ausland gleich wieder ausgestossen worden, weil Produktion und Konsumenten ins Ausland ausgewichen wären, sagt er. Der Ausstieg aus der AKW-Energie stelle die Schweiz vor riesige Herausforderungen. In der Schweiz müsse der Schwerpunkt bei der Stromproduktion als alternative Energieform liegen, im Ausland solle die Schweiz zur Innovation bei erneuerbaren Energien beitragen.

«Herr Rechsteiner soll seine eigene Klientel zurückbinden, statt gegen die SVP zu frotzeln.»

Albert Rösti, SVP-Nationalrat

Grüne-Nationalrätin Aline Trede pflichtet Rudolf Rechsteiner bei. «Die Frage nach dem Verursacherprinzip stellt sich natürlich schon.» Es gehe nicht nur um die Bezahlung der Unwetterschäden, sondern eben auch um die Gestaltung der Energiepreise, wo die Art der Energie dem Klima schadet.

«Man muss immer auch wissen: Albert Rösti ist Präsident von Swiss Oil. Das sind diejenigen, die vom Nein zum CO2-Gesetz profitieren.» Die SVP stemme sich gegen jegliche Innovationsförderung, sagt die Bernerin. Es komme nichts Konstruktives von der SVP und sie lehne Vorschläge zum Klimaschutz praktisch immer ab.

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