Neuenburger Staatsratswahlen: Linke verliert die Mehrheit
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Neuenburger StaatsratswahlenLinke verliert die Mehrheit

Im Kanton Neuenburg regiert neu eine bürgerliche Mehrheit. Die fusionierten Liberalen und Freisinnigen brachten ihre drei Kandidaten im zweiten Wahlgang am Sonntag sicher durch und drängten damit den Grünen Fernand Cuche aus der Regierung. Die besten Resultate erzielten erneut die beiden Vertreter der SP.

Die Linken hatten ihre Mehrheit im fünfköpfigen Staatsrat mit einer Dreierliste zu verteidigen versucht. Erwartungsgemäss schafften die beiden Sozialdemokraten, Jean Studer (bisher) und Ständerätin Gisele Ory (neu), die Wahl im zweiten Wahlgang klar. Sie erzielten wie schon im ersten Durchgang die besten Resultate und erhielten 33.279 beziehungsweise 32.819 Stimmen, wie die Neuenburger Staatskanzlei mitteilte. Der bisherige Staatsrat Fernand Cuche hingegen verpasste die Wiederwahl klar. Ihm fehlten rund 8.000 Stimmen auf den fünften Platz. Sein Scheitern hatte sich bereits im ersten Durchgang abgezeichnet, in dem Cuche nur auf dem elften Platz gelandet war. Die Sozialdemokraten hatten sich aber entschieden, zusammen mit Cuche anzutreten, um die Reihen der Linken geschlossen zu halten. Das bedeutete, dass die Sozialdemokratin Johanne Lebel Calame verzichten musste, die Cuche im ersten Durchgang klar geschlagen hatte.

Hinter den beiden Sozialdemokraten schafften die drei FDP-Kandidaten den Einzug in die Regierung und eroberten damit die Mehrheit im Gremium. Frederic Hainard erhielt 29.546 Stimmen, der stellvertretende Bundesanwalt Claude Nicati 28.701 und Philippe Gnaegi 28.440. Der bisherige FDP-Staatsrat Roland Debely, hatte sich nach dem ersten Wahlgang zu Gunsten der besser platzierten Parteikollegen zurückgezogen. Die SVP trat zum zweiten Wahlgang nicht an. Die neue Regierung wird sich nun laut der Staatskanzlei in den nächsten Tagen versammeln, umd die Departementsverteilung zu diskutieren. Am 26. Mai wird die neue Regierung dann ihre Arbeit aufnehmen und ihren Präsidenten sowie den Vizepräsidenten wählen.

Im ersten Wahlgang hatte keiner der 30 Kandidaten das absolute Mehr erreicht, weshalb es im Kanton Neuenburg zum ersten Mal nach 20 Jahren zu einem zweiten Wahlgang kam. Im Grossrat hatte Links-Grün die Mehrheit trotz Sitzverlusten der SP behaupten können.

(dapd)

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