23.06.2017 20:17

MotionLinke wollen in Badis nicht nur teuren Hipster-Food

Die SP und Juso verlangen mit einer Motion, dass das Essen in Berner Badis günstiger wird. Bürgerliche finden das überflüssig.

von
duf
1 / 4
Zu einem Badibesuch gehören für viele Pommes frites und Ähnliches einfach dazu.

Zu einem Badibesuch gehören für viele Pommes frites und Ähnliches einfach dazu.

DPA karl-josef Hildenbrand
Im Berner Weyerli Beizli der Badi kostet aber ein Hotdog stolze 9.50 Franken.

Im Berner Weyerli Beizli der Badi kostet aber ein Hotdog stolze 9.50 Franken.

Screenshot Tele Bärn
Die SP und Juso fordern in einer Motion günstigere Preise in den Berner Badis. Die Juso verteilte deswegen vor der Weyerli Badi Gratis-Hotdogs.

Die SP und Juso fordern in einer Motion günstigere Preise in den Berner Badis. Die Juso verteilte deswegen vor der Weyerli Badi Gratis-Hotdogs.

Twitter

Beim Badibesuch gehört es einfach dazu: Eine feine Glace, die Portion Pommes frites oder ein Hotdog. Längst gibt es aber Alternativen zu solchen Klassikern. Beim Strandband Mythenquai und Kilchberg in Zürich etwa bietet Rolf Hiltl Vegi-Buffets an. Und auch in Bern gibt es – seit Berner Beizer drei der fünf Badeanstalten übernommen haben – exotischen Badi-Food wie Hummus oder Auberginenpaste.

Würste und Pommes stehen zwar weiterhin auf der Speisekarte. Ein Hipster-Hotdog aus regionaler Produktion schlägt aber beispielsweise mit 9.50 Franken zu Buche. Zu teuer, finden SP und Juso. Deshalb fordern sie in einer dringlichen Motion den Gemeinderat auf, ein Essensangebot für kleinere Budgets zu diskutieren. Das schreibt «Der Bund».

Nicht nur Hipster-Essen

«Ohne bösen Willen tragen die Pächter damit die Gentrifizierung in die Schwimmbäder der Stadt Bern», heisst es im Vorstoss. So könnten sich Studierende und Lernende, aber auch Familien normales Badi-Essen kaum mehr leisten.

Es dürfe nicht nur Hipster-Essen geben, sagt Juso-Stadträtin Tamara Funiciello der Zeitung und spricht von einem Klassenkampf. Um darauf aufmerksam zu machen, verteilte sie mit ihren Parteimitgliedern 200 Gratis-Hotdogs. Diese kosteten in der Produktion nur 1.50 Franken und stammten ebenfalls von einem Metzger aus der Region.

Freie Preis- und Sortimentsgestaltung

Bürgerliche halten eine Änderung der Preise hingegen für unangebracht. «Die Pächter sollen bei der Gestaltung des Angebots frei sein», sagt SVP-Fraktionschef Alexander Feuz dem «Bund». Das bestätigt auch die Stadt Bern mit der Begründung, es sei aufgrund der limitierten Öffnungszeiten und des Wetterrisikos unrealistisch, Badis Preis- oder Sortimentsvorschriften zu machen.

Etwas kompromissbereiter zeigt sich Arci Friede von der Badi Beizli GmbH, einem der Betreiber: «Wir sind bereit, mit dem Gemeinderat über unser Angebot zu sprechen», zitiert ihn die Zeitung. Jedoch will er auch Betreiber anderer Stadt-Beizen einbeziehen. Zudem habe er kaum negative Rückmeldungen seitens der Kunden erhalten und sieht die Geschichte vielmehr als Medienhype.

Die Jungfreisinnigen schalteten sich ebenfalls in die Debatte ein und twitterten ein Video. Ihre Botschaft: Wer keine Lust auf einen teuren Hotdog habe, solle doch ein selbstgemachtes Sandwich von zu Hause mitnehmen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.