Wetzikon ZH: Links und rechts werden an die Kasse gebeten
Aktualisiert

Wetzikon ZHLinks und rechts werden an die Kasse gebeten

Ein linksradikaler Student und ein rechtsextremer Automonteur haben an den Zürcher Krawallen vom 1. Mai 2009 aktiv teilgenommen.

von
Attila Szenogrady

Nun wurden die beiden jungen Männer aus Wetzikon zu teilbedingten Geldstrafen von je 120 Tagessätzen zu 30 sowie 50 Franken verurteilt.

Der Student aus der linkautonomen Szene und der Automonteur von den rechtsextremen Hooligans mussten sich im letzten Mai vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Pikanterweise kamen beide Mittzwanziger aus Wetzikon und standen wegen Landfriedensbruchs sowie weiteren Delikten vor den Schranken. Unbestritten war, dass sich die beiden Zürcher Oberländer während der illegalen Nachdemo zum 1. Mai 2009 im Brennpunkt der Ereignisse in Zürich aufhielten.

Landfriedensbruch von links und rechts

Laut Anklage betätigte sich der kommunistische Angeklagte als maskierter Rädelsführer, indem er beim Kanzleischulhaus mit einem Megaphon zum Widerstand gegen die Polizei aufrief. Worauf mehrere Chaoten die Polizeibeamten mit Molotow-Cocktails und Flaschen bewarfen.

Der mitbeschuldigte FCZ-Hooligan hielt sich damals ganz in der Nähe auf und bewegte sich mit mehreren gleichgesinnten Schlägern über die Molkenstrasse. Wobei die rechtsextremen Männer mehrere Personen verprügelten.

Freisprüche verlangt

In beiden Prozessen verlangten die Angeklagten Freisprüche vom Vorwurf des Landfriedensbruchs. Der Student sprach schlicht von einer Verwechslung und fügte hinzu, dass er beim Tatort bloss ein Konzert besucht habe. Sein politischer Gegner machte zu seiner Entlastung geltend, dass er nur ein «blöder Gaffer» gewesen sei.

Teilbedingte Geldstrafen

In seinem nun eröffneten Urteil hat das Bezirksgericht die beiden bereits zum Teil einschlägig vorbestrafte Schweizer wegen Landfriedensbruchs und Nebendelikten zu teilbedingten Geldstrafen verurteilt. Der linke Student kassierte 120 Tagessätze zu 30 Franken und soll die Hälfte in der Höhe von 1800 Franken bezahlen. Zudem infolge der Widerhandlung gegen das Vermummungsverbot eine Busse von 300 Franken.

Ebenfalls 120 Tagessätze erhielt der Hooligan. Allerdings zu 50 Franken. Wobei er 60 Tagessätze, als 3000 Franken bezahlen soll. Verbunden mit einer Busse von 300 Franken. Beide Demonstranten müssen zudem für die Gerichtskosten von über 1000 Franken aufkommen.

Einem Video und der Polizei geglaubt

Aus dem schriftlich begründeten Entscheid geht hervor, dass beide Gerichte die Argumente der Beschuldigten verneint haben. Dem Hooligan wurde ein Videofilm zum Verhängnis. Der Streifen zeigte seine aktive Zugehörigkeit zur gewalttätigen Gruppe eindeutig auf. Der Student stolperte dagegen über die glaubhaften Belastungen eines Polizeibeamten. Er hatte als Kronzeuge den Angeklagten als den fraglichen Anführer mit dem Megaphon zu hundert Prozent identifiziert.

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