Protest-Aktionen rund um Effy-Prozess - Linksaktivisten besetzen kurzzeitig fünf Häuser in Bern

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Protest-Aktionen rund um Effy-ProzessLinksaktivisten besetzen kurzzeitig fünf Häuser in Bern

Fünf Kollektive haben in Bern und Umgebung verschiedene Liegenschaften kurzzeitig besetzt. Es handelt sich um einen Protest gegen den Effy-29-Prozess, der am Montag startet.

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Das Kollektiv «Waldhütte» besetzt das alte Einfamilienhaus an der Bitziusstrasse 13 …

Das Kollektiv «Waldhütte» besetzt das alte Einfamilienhaus an der Bitziusstrasse 13 …

zvg
… das Kollektiv «Ramba Zamba» die Villa an der Tillierstrasse 25 …

… das Kollektiv «Ramba Zamba» die Villa an der Tillierstrasse 25 …

zvg
… das Kollektiv «Hula Hoop» das Betagtenheim Zollikofen …

… das Kollektiv «Hula Hoop» das Betagtenheim Zollikofen …

zvg

Darum gehts

  • In Bern und Zollikofen haben Kollektive gleich fünf Häuser neu besetzt.

  • Man wolle «lebendige und freie Räume, wo wir uns ausprobieren und enthalten können»

  • Ausserdem sind die Besetzungen als Protest gegen den Effy-29-Prozess gedacht, der am Montag beginnt.

In der Nacht auf Sonntag haben Linksaktivisten fünf Liegenschaften in Bern und Zollikofen kurzzeitig besetzt. Betroffen waren das alte Einfamilienhaus an der Bitziusstrasse 13, die Villa an der Tillierstrasse 25, das Betagtenheim Zollikofen an der Wahlackerstrasse 5, das Gebäude an der Fabrikstrasse 14 sowie der ehemalige Swisscom-Tower an der Ostermundigenstrasse 93.

Bei den Aktionen handelte es sich um «Scheinbesetzungen», wie die Anarchistische Gruppe Bern (AGB) am Sonntagnachmittag mitteilte. Will heissen: Die Besetzerinnen und Besetzer drangen in die Gebäude ein, hängten ihre Transparente auf, schossen ein paar Fotos für die Pressemitteilung und zogen wieder von dannen.

Mit den nächtlichen Besetzungen wollten die fünf Kollektive ihre Solidarität mit den 16 Personen bekunden, die ab Montag im Zusammenhang mit den Tumulten rund um die Räumung des Hauses an der Effingerstrasse im Februar 2017 vor Gericht stehen. «Wir werden auch in den nächsten Wochen verschiedene Aktionen durchführen und unsere Unterstützung für die effy29 und unseren Kampf für mehr Freiräume weiterführen», so die AGB.

Effy-29-Prozess

Linksaktivistinnen und -aktivisten und die Berner Kantonspolizei lieferten sich am 22. Februar 2017 eine regelrechte Strassenschlacht. Anlass war die Räumung eines besetzten Hauses an der Effingerstrasse 29 in Bern. Die Hausbesetzerinnen und -besetzer des Kollektivs «Oh du fröhliche» setzten sich mit Feuerwerkskörpern, Blockadevorrichtungen und Sprengfallen zur Wehr, die Polizei antwortete ihrerseits mit Gummischrot und fuhr mit einem Wasserwerfer auf. Nicht weniger als acht Stunden dauerte es, bis «Effy29» – so nannte das Kollektiv die besetzte Liegenschaft – geräumt und die Besetzerinnen und Besetzer festgenommen waren. Fünf Polizisten und eine angehaltene Person wurden beim Einsatz verletzt. Ab Montag nun müssen sich 16 Besetzerinnen und Besetzer vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen Gewalt gegen Beamte und Hausfriedensbruch zur Last.

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(sul)

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