Fall Hardbrücke: Linksautonomer Brandstifter verurteilt

Aktualisiert

Fall HardbrückeLinksautonomer Brandstifter verurteilt

Im September 2010 zündet ein 36-Jähriger bei der Hardbrücke eine Tankstelle an. Die Flammen breiten sich rasch aus und richten einen hohen Sachschaden an. Nun muss der Mann hinter Gitter.

von
Attila Szenogrady
Im September 2010 richtete das Feuer bei der Hardbrücke in Zürich grossen Schaden an.

Im September 2010 richtete das Feuer bei der Hardbrücke in Zürich grossen Schaden an.

In seinem am Donnerstag eröffneten Urteil hat das Obergericht einen 36-jährigen Schweizer wegen Brandstiftung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Ein Jahr davon soll der nicht geständige und mutmasslich Angehörige der linksautonomen Szene absitzen. Damit haben die Oberrichter einen erstinstanzlichen Schuldspruch des Bezirksgerichts Zürich bestätigt.

Demnach hatte der Beschuldigte in der Nacht auf den 18. September 2010 mit Hilfe eines Gummischlauchs rund 100 Liter Dieseltreibstoff aus einem grossen Tank angeblasen und auslaufen lassen. Worauf er das Öl in Brand steckte. Das Feuer breitete sich schnell aus und zerstörte die Tankstelle.

Danach verbreiteten sich die Flammen über einen Pfeiler der Hardbrücke und zogen auch Maschinen, Bretter sowie Bauabfälle eines zweistöckigen Gerüstes in Mitleidenschaft. Die Feuerwehr benötigte rund zwei Stunden, um den Grossbrand zu löschen. Der beträchtliche Schaden betrug über eine halbe Million Franken.

Strafe gesenkt

Der in der Nähe des Tatorts erwischte Beschuldigte verweigerte bereits im Frühjahr 2012 am Bezirksgericht Zürich jegliche Aussage. Allerdings ohne Erfolg. Er wurde aufgrund von am Gummischlauch sichergestellten DNA-Spuren wegen Brandstiftung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt.

Trotz des Schuldspruchs hatte der Beschuldigte nun vor Obergericht infolge der deutlichen Strafsenkung mehr Glück. Allerdings wurde er erneut verpflichtet, dem Tiefbauamt der Stadt Zürich einen Schadenersatz von über 17'800 Franken zu bezahlen. Zudem wurden mehrere Forderungen von Baufirmen auf den Weg eines Zivilprozesses verwiesen.

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