Basel – Linke Aktivisten mobilisieren gegen «rechte» Corona-Demo
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BaselLinke Aktivisten mobilisieren gegen «rechte» Corona-Demo

In Basel wollen Massnahmenkritiker am kommenden Samstag demonstrieren. Das Aktionsbündnis «Basel Nazifrei» ruft nun zu einer Gegenkundgebung auf.

von
Lukas Hausendorf
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Am 7. November 2020 fand in Basel zuletzt eine Kundgebung gegen die Corona-Massnahmen des Bundes statt. Am kommenden Samstag, 9. Oktober, soll erneut demonstriert werden.

Am 7. November 2020 fand in Basel zuletzt eine Kundgebung gegen die Corona-Massnahmen des Bundes statt. Am kommenden Samstag, 9. Oktober, soll erneut demonstriert werden.

Screenshot Youtube
Dieser Aufruf kursiert derzeit auf Telegram. Bei der Basler Kantonspolizei ist zudem ein Gesuch für die Demonstration auf dem Barfüsserplatz eingegangen.

Dieser Aufruf kursiert derzeit auf Telegram. Bei der Basler Kantonspolizei ist zudem ein Gesuch für die Demonstration auf dem Barfüsserplatz eingegangen.

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Die Massnahmenkritiker werden in Basel zumindest ideell auf Gegenwehr stossen.

Die Massnahmenkritiker werden in Basel zumindest ideell auf Gegenwehr stossen.

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Darum gehts

  • Am kommenden Samstag soll in Basel eine Kundgebung von Corona-Massnahmekritikern stattfinden.

  • Für die Demo ist bei der Polizei ein Gesuch eingegangen, das zurzeit geprüft wird.

  • Das Aktionsbündnis «Basel Nazifrei» plant nun eine Gegendemonstration, da man der «rechten und irrationalen Anti-Massnahmenbewegung» nicht das Feld überlassen dürfe.

Am kommenden Samstag um 14 Uhr wollen Massnahmenkritiker und -kritikerinnen auf dem Basler Barfüsserplatz in der «sehr schönen Altstadt» gegen die staatliche Corona-Politik demonstrieren. Entsprechende Aufrufe wurden in einschlägigen Gruppen auf Telegram geteilt. Dem Aufruf, der mit «Basel freut sich» betitelt ist, sind keine weiteren Informationen, etwa über Redner zu entnehmen. Die Basler Kantonspolizei hat davon Kenntnis, ein Bewilligungsgesuch für die Kundgebung sei eingegangen und in Bearbeitung, hiess es auf Anfrage.

Den Massnahmenkritikern und -kritikerinnen wird in Basel allerdings ein eisiger Wind entgegenwehen. Das Aktionsbündnis «Basel Nazifrei» hat am Sonntag zu einer Gegenkundgebung «gegen den rechten Aufmarsch» aufgerufen. Die Bewegung der Massnahmengegner und -gegnerinnen sei «klar von nationalistischen Kräften dominiert», heisst es darin. «Die neonazistische Pnos läuft hier offen mit, wie die Nazi-Hipsters von der Jungen Tat», schreibt das Aktionsbündnis. Zudem seien an den Demos wiederholt Holocaust-verharmlosende Motive zu sehen und antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet worden.

Dem will das Aktionsbündnis linke Positionen zur Corona-Krise entgegensetzen. Sie fordern Gratistests, Freitage fürs Impfen, eine Vergesellschaftung der Pharmaindustrie und die Freigabe der Impfpatente. Man dürfe der «rechten und irrationalen Anti-Massnahmenbewegung» nicht das Feld überlassen.

Polizei hat Gegendemo «auf dem Radar»

Wo die linke Kundgebung stattfinden soll, ist noch nicht bekannt. Das Aktionsbündnis «Basel Nazifrei» kündete an, dies im Verlauf der Woche auf den sozialen Medien bekannt zu geben. Die Kantonspolizei hat Kenntnis vom Aufruf, ein Gesuch dafür sei aber noch nicht eingegangen. Eine allfällige Konfrontation der beiden Demonstrationen soll aber vermieden werden. Bezüglich ihrer Einsatztaktik lässt sich die Polizei aber nicht in die Karten blicken. Sprecher Adrian Plachesi sagt nur: «Wir haben das auf dem Radar.»

In Basel wurde zuletzt am 7. November gegen die Corona-Massnahmen demonstriert. Damals versammelten sich rund 500 Personen auf dem Messeplatz.

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