Test gegen Terror: Linksextreme wollen Militärübung in Bern «zum Desaster machen»

Publiziert

Test gegen TerrorLinksextreme wollen Militärübung in Bern «zum Desaster machen»

Mitte August führt die Schweizer Armee zusammen mit der Berner Kantonspolizei die Fides-Übung durch. Linke Aktivisten blasen mit einer Demo und Störaktionen zum Gegenangriff. 

1 / 4
Bei der Übung Fides übt die Armee gemeinsam mit der Polizei für den Krisenfall. (Symbolbild) 

Bei der Übung Fides übt die Armee gemeinsam mit der Polizei für den Krisenfall. (Symbolbild) 

Tamedia AG
Durchgespielt werden soll das Szenario einer länger anhaltenden Terrorbedrohung, die den Schutz lebenswichtiger Infrastrukturen erforderlich macht. (Symbolbild) 

Durchgespielt werden soll das Szenario einer länger anhaltenden Terrorbedrohung, die den Schutz lebenswichtiger Infrastrukturen erforderlich macht. (Symbolbild) 

20min/Simon Glauser
Nicht alle begrüssen die Übung: Linksextreme wollen sie «zum Desaster machen». 

Nicht alle begrüssen die Übung: Linksextreme wollen sie «zum Desaster machen». 

Tamedia AG

Darum gehts 

  • In der Woche vom 15. bis 19. August halten die Kantonspolizei Bern und die Armee in Bern die Fides-Übung ab.

  • Dabei wird das Szenario einer anhaltenden terroristischen Bedrohung durchgespielt. 

  • Linke Polizei- und Armeegegner wollen die Verbundsübung mit diversen Aktionen stören. 

Vom 15. bis 19. August wird in Bern und Umgebung der Ausnahmezustand geprobt: Die Schweizer Armee führt zusammen mit der Berner Kantonspolizei eine gross angelegte Übung namens Fides durch. Durchgespielt werden solle das Szenario einer «länger andauernden Terrorbedrohung», die den «Schutz von kritischen Infrastrukturen», wie etwa Lebensmittelverteilzentren, Rechenzentren der Energieversorgung oder bedeutenden Verkehrs- und Regierungsinfrastrukturen, erforderlich macht, wie der Kanton bereits im letzten Februar ankündigte. Details zur Übung – etwa wo genau sie stattfinden wird oder welches Krisenszenario konkret durchgespielt wird – gaben die Behörden bis anhin nicht preis. 

Daran störten sich polizei- und armeekritische Kreise, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Unter dem Namen «No Fides» haben sie eine Kampagne mit eigener Website lanciert, wo sie die Übung sowie die staatlichen Sicherheitskräfte kritisieren. So seien die Angaben rund um die Trainingswoche «pauschal und ungenau» und es herrsche «Intransparenz der Behörden, was den Umfang der Übung sowie die Auswirkungen auf die Bevölkerung angeht». Mit dem Schlagwort «Terrorismus» werde «eine diffuse Angst vor einem unsichtbaren Feind erzeugt, um mehr Kontrolle zu rechtfertigen», schreiben die Aktivistinnen und Aktivisten. In der Fides-Übung sehen sie «weit mehr als eine Inszenierung, mit der Armee und Polizei ihre Unverzichtbarkeit demonstrieren wollen». 

Doch bei Worten soll es nicht bleiben: Das No-Fides-Kollektiv wolle die Polizei- und Militärübung «zum Desaster machen», wie es auf Plakaten und Klebern heisst. Angekündigt sind eine Demo sowie diverse Störaktionen, bei denen man «markieren, aneignen, sabotieren, provozieren, blockieren, besetzen» soll. Auf Bildern sind Nagelsperren auf Strassen und versprayte Panzer zu sehen. 

«Da muss man nichts erfinden»

Die geplante Sabotage sei «völlig destruktiv und sehr bedenklich», sagt der Berner Sicherheitsdirektor Philippe Müller (FDP) zu 20 Minuten. Die Polizei- und Militärübung werde abgehalten, um bei Überlastung der Polizei der Bevölkerung im Ernstfall helfen zu können: «Solch ausserordentliche Lagen müssen trainiert werden, bevor sie tatsächlich eintreffen.» Dass das zugrundeliegende Szenario alles andere als konstruiert sei, zeigten die Terroranschläge in europäischen Städten aus der Vergangenheit, sagt Müller: «Da muss man nichts erfinden.» Er betont zudem, dass es ähnliche Tests bereits in der ganzen Schweiz gegeben habe. 

Findest du Übungen wie Fides notwendig?

Sorgen macht sich der Regierungsrat wegen der angekündigten linken Störaktionen aber nicht. Auch sei zum jetzigen Zeitpunkt kein erhöhtes Sicherheitsdispositiv geplant. Die Berner Kantonspolizei schreibt dazu auf Anfrage: «Wir haben Kenntnis von Aufrufen zur Störung der Übung. Die Situation wird beobachtet und die Lage – wie bei anderen Aufrufen auch – fortlaufend beurteilt.»

Dass die Behörden keine Details zu Fides preisgegeben hätten, habe einen einfachen Grund, wie er zur «Berner Zeitung» sagte: «Für die Einsatzkräfte ist es sonst kein richtiger Praxistest mehr.» Würde bereits im Vorfeld kommuniziert, wo was genau durchgespielt werde, verlöre die Übung ihre realistische Komponente. 

Die Übung Fides

Die Übung Fides (15.-19. August 2022) war ursprünglich im vergangenen Sommer vorgesehen, wurde infolge der Corona-Situation aber um ein Jahr verschoben. Sie basiert auf den Erkenntnissen der Sicherheitsverbundsübung 2019 (SVU 19), bei der geprüft wurde, wie die Schweiz eine länger andauernde Terrorbedrohung bewältigen kann. «Die Übung zeigte unter anderem auf, dass die Durchhaltefähigkeit der Polizei bei der hohen Belastung einer andauernden Terrorlage strapaziert wird, und dass die Polizei für den Schutz lebenswichtiger Infrastrukturen durch die Armee wirksam entlastet werden kann», heisst es in einer Mitteilung des Kantons Bern. 

Aktivier jetzt den Bern-Push!

Nur mit dem Bern-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region Bern, Freiburg, Solothurn und Wallis blitzschnell auf dein Handy geliefert.

Und so gehts: In der 20-Minuten-App tippst du rechts unten auf «Cockpit». Dort auf «Mitteilungen» und dann «Weiter». Dann markierst du bei den Regionen «Bern», tippst noch einmal «Weiter» und dann «Bestätigen». Voilà!

Wir sind auch auf Instagram. Folg uns für Posts, Storys und Gewinnspiele aus der Region – und schick uns deine Bilder und Inputs: 20 Minuten Region Bern.

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

(sul)

Deine Meinung

6 Kommentare