Linksrutsch in der Waadt

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Linksrutsch in der Waadt

In mehreren Städten des Kantons Waadt ist es bei den Gemeindewahlen vom Wochenende zu einem Linksrutsch gekommen. Die Stadtregierungen von Nyon und Morges sind neu in linker Hand. In Lausanne machen die Grünen einen Sprung nach vorn.

Der bisherige grüne Stadtpräsident, Daniel Brélaz, wurde bereits im ersten Wahlgang in seinem Amt bestätigt. Er erhielt 12'547 Stimmen und lag damit 500 Stimmen über dem absoluten Mehr. Alle andern Kandidierenden müssen beim zweiten Wahlgang Anfang April nochmals antreten.

Überraschend gut positionierte sich der neue Kandidat der Grünen, Jean-Yves Pidoux. Mit 9017 Stimmen erreichte er den 4. Rang - hinter den bisherigen SP-Stadträten Oscar Tosato (10'081 Stimmen) und Silvia Zamora (9842) aber noch vor dem besten Bisherigen der Bürgerlichen, Olivier Français von der FDP (8739).

Der neue SP-Kandidat Jean-Christophe Bourquin (8381) landete auf Platz sechs. Die SP hatte schon bisher drei Sitze in der Stadtregierung. Bourquin verdrängte die beiden bisherigen Frauen der Liberalen und der FDP, Eliane Rey (7982) respektive Doris Cohen- Dumani (7587) auf die Plätze 7 und 8.

Die um die CVP verstärkte freisinnig-liberale Union - unter dem Namen LausannEnsemble - erlitt auch bei den Parlamentswahlen eine Schlappe. Sie erreichte 28 Sitze, 12 weniger als vor 5 Jahren, als die Parteien noch getrennt angetreten waren. Die SVP, die damals zusammen mit der CVP angetreten war, erreicht neu 8 Sitze.

Die Linke konnte ihre Mehrheit im Stadtparlament ausbauen: Neu halten die SP, die Grünen und linke Splitterparteien 64 der 100 Sitze im Lausanner Stadtparlament (& 9 Sitze). Das Gros der Sitzgewinne ist den Grünen gelungen, die ihren nationalen Erfolgstrend auch in der Waadt fortsetzen.

Der links-grüne Trend aus Lausanne strahlt auch in kleinere Städte des Kantons aus. In Nyon, der fünftgrössten Stadt des Kantons, hat die Linke bereits vor dem zweiten Wahlgang die bisherige bürgerliche Mehrheit gesprengt.

Drei SP- und ein PdA/POP-Kandidat wurden direkt in das 7-köpfige Gremium gewählt. Alle anderen müssen noch einmal antreten.

In Morges, der achtgrössten Gemeinde kippte die Linke die rechten Mehrheiten in Stadtregierung und -parlament. Wie in Nyon wurden auf Anhieb 4 Linke, alle aus der SP, gewählt, während auf die anderen am 2. April der zweite Wahlgang wartet.

Im Stadtparlament eroberten sie ausserdem eine knappe Mehrheit von 51 Sitzen von 100. Hier trat die SVP erstmals an und erreichte auf Anhieb 8 Sitze.

In Vevey konnten die Bürgerlichen ihre Mehrheit im Parlament verteidigen. Auch in der zweitgrössten Stadt der Waadt, Yverdon, bleibt es bei einer bürgerlichen Mehrheit. (sda)

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