Aktualisiert 30.10.2016 13:38

National League ALions gewinnen Zürcher Derby, SCB im Hoch

Der ZSC schlägt Kloten in einem dramatischen Derby nach Penaltys, Bern bezwingt Biel. Servette gelingt gegen Lugano ein Befreiungsschlag.

von
SDA
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Erster Derbysieg der Saison: Die ZSC Lions bezwingen den EHC Kloten 3:2 nach Penaltyschiessen.

Erster Derbysieg der Saison: Die ZSC Lions bezwingen den EHC Kloten 3:2 nach Penaltyschiessen.

Keystone/Nick Soland
In der Verlängerung scheiterte Klotens Denis Hollenstein an Lukas Flüeler. Im Penaltyschiessen hatten die Lions dann die besseren Nerven.

In der Verlängerung scheiterte Klotens Denis Hollenstein an Lukas Flüeler. Im Penaltyschiessen hatten die Lions dann die besseren Nerven.

Keystone/Nick Soland
Fünfter Sieg in Serie: Die Berner lassen den EHC Biel keine Chance und gewinnen 3:1.

Fünfter Sieg in Serie: Die Berner lassen den EHC Biel keine Chance und gewinnen 3:1.

Keystone/Anthony Anex

Die ZSC Lions kommen im dritten Zürcher Derby der Saison zum ersten Sieg. Die Stadtzürcher setzten sich in Kloten nach 1:2-Rückstand mit 3:2 nach Penaltyschiessen durch.

Kloten war lange Zeit das bessere Team und hätte die Entscheidung in einem intensiv geführten Derby vor 6278 Zuschauern herbeiführen müssen. Die Tragische Figur war Denis Hollenstein. Klotens Topskorer hatte in der Verlängerung nach einem Foul von Patrick Thoresen mittels Penalty das 3:2 auf dem Stock, doch er schoss den Versuch übers Tor. Im Penaltyschiessen lief Hollenstein als letzter Schütze an und traf nur den Pfosten. Unmittelbar zuvor hatte bei den Lions Roman Wick als dritter von vier Schützen getroffen.

Ronalds Kenins hatte in der 51. Minute mit dem 2:2-Ausgleich die Wende eingeleitet. Für den ZSC wäre es nach dem Cup-Out in Freiburg (2:3) am Mittwoch und den beiden Meisterschaftsniederlagen gegen den SC Bern (2:3 n.P.) und die SCL Tigers (3:5) die vierte Niederlage in den letzten sechs Tagen gewesen.

Der ZSC war sichtlich bemüht, die enttäuschende Vorstellung vom Vorabend gegen Langnau zu korrigieren. Doch das Team des schwedischen Trainers Hans Wallson fasste insgesamt zu viele Strafen, die es dem Heimteam immer wieder ermöglichten, gefährlich vor dem Tor von Lukas Flüeler aufzutauchen. Eine solche Überzahlsituation nutzte James Sheppard in der 27. Minute zur 2:1-Führung. Für den Kanadier war es der zweite Treffer nach seiner Rückkehr aus Nordamerika.

Ansonsten konnte Kloten aber zu wenig Profit aus dem Powerplay ziehen. Selbst eine fünfminütige Überzahlsituation nach einem unnötigen Check von Chris Baltisberger gegen den Kopf von Bobby Sanguinetti liessen die Zürcher Unterländer im Startdrittel ungenutzt.

Bern - Biel: SCB mit fünftem Sieg in Serie

Der SC Bern kann die Achtelfinals in der Champions League gegen den finnischen Vertreter JYP Jyväskylä mit viel Selbstvertrauen in Angriff nehmen. Gegen Biel feierte der Schweizer Meister beim 3:1 den fünften Sieg in Folge.

Das Schlussresultat stand bereits nach 34 Minuten fest. Es hätte am Ende aber auch deutlicher zu Gunsten des SCB ausfallen können. Denn Marco Müller beklagte gleich zwei Pfostenschüsse (28./34.) und PostFinance-Topskorer Mark Arcobello, der in der 8. Minute die 1:0-Führung erzielt hatte, scheiterte gleich zweimal solo vor Biels Keeper Jonas Hiller (15./50.).

Dass Biel so lange im Spiel blieb, hatten sie einerseits Hiller zu verdanken. Der ehemalige NHL-Goalie sah zwar beim 0:2 durch Dario Meyer (10.) nicht vorteilhaft aus, als er nach einem Missverständnis mit seinen Verteidigern und einem missglückten Befreiungsversuch den Bernern assistierte, zeigte aber nicht nur gegen Arcobello starke Paraden.

Andererseits lief das Spiel in der 34. Minute für Biel. Ein Schuss von Berns Müller prallte vom Pfosten zurück, im Gegenzug traf Biels Mathieu Tschantré. Statt entscheidend 0:4 aus Bieler Sicht stand es nur noch 1:3. Mehr lag in der Folge für das Team von Trainer Kevin Schläpfer aber nicht drin.

Das lag in erster Linie an Bern. Dem Meister läuft es derzeit nach Wunsch. Seit dem Freitag tritt der SCB nach der Rückkehr von Andrew Ebbett und Thomas Rüfenacht zum ersten Mal in dieser Saison mehr oder weniger komplett an. Trainer Kari Jalonen liess die beiden Rückkehrer gegen Biel erneut mit anderen Mitspielern antreten. Die Umstellungen hatten keinen Einfluss auf die starke Leistung seiner Mannschaft.

Davos - Fribourg-Gottéron: Davos weiter im Vormarsch

Erfolgreiches Wochenende für den HC Davos: Auf den 5:2-Erfolg am Freitag in Lugano liessen die Bündner im Heimspiel gegen Fribourg-Gottéron einen weiteren Sieg folgen. Der HCD gewann 4:2.

Erst im Schlussdrittel konnten die Davoser die lange Zeit ausgeglichene Partie in entscheidende Bahnen lenken. Marc Wieser (42.) in Überzahl und Felicien Du Bois (48.) erhöhten vom 1:1 auf 3:1. Verteidiger Du Bois hatte bereits am Vorabend in Lugano getroffen.

Die aufopferungsvoll kämpfenden Freiburger kamen gut zweieinhalb Minuten vor Schluss dank einer schönen Einzelleistung von Nationalverteidiger Yannick Rathgeb nochmals auf 2:3 heran, doch Dick Axelsson besiegelte mit seinem Treffer ins leere Tor die siebte Auswärtsniederlage der Gäste im neunten Anlauf.

Wie sein Goaliekollege Gilles Senn am Vorabend in Lugano zeigte auch Joren van Pottelberghe im Davoser Tor eine starke Leistung. Der Schweizer U20-Internationale hatte mit 41 von 43 gehaltenen Schüssen massgeblichen Anteil am Sieg des HCD.

Während der Abstand von Davos auf den Playoff-Strich nach zuletzt zwei Siegen nach 60 Minuten vor der Nationalmannschaftspause auf drei Punkte angewachsen ist, kleben die Freiburger mit acht Punkten weniger weiter am Tabellenende fest.

Servette - Lugano: Eine bittere Woche für Lugano

Lugano hat eine verkorkste Woche hinter sich. Nach dem Out im Cup verloren die Tessiner auch die zwei Meisterschaftspartien vom Wochenende. Auswärts gegen Genève-Servette setzte es nach einem fehlerhaften und phasenweise undisziplinierten Spiel eine 0:5-Niederlage ab.

1:5 in Langenthal am Dienstag, 2:5 gegen Davos am Freitag und nun eine neuerliche Schlappe in Genf: Lugano lief es diese Woche überhaupt nicht. Offensiv lief es ebenso wenig wie in der Defensive. Der Auftritt gegen das nach wie vor ersatzgeschwächte Servette passte in das Bild, das der Playoff-Finalist der letzten Saison in den vergangenen Tagen abgab.

Dem 0:1 ging ein Missverständnis von Goalie Elvis Merzlikins und Verteidiger Julien Vauclair voraus. Servettes Neuzuzug Nathan Gerbe erfasste die Situation als erster und schoss im zweiten NLA-Spiel seinen ersten Treffer (17.). Vor dem 0:2 (29.) und dem 0:3 (36.) brachten die Tessiner die Scheibe nicht heraus und liessen ihre Gegenspieler gewähren. Jim Slater und Jeremy Wick stocherten die Scheibe jeweils im Nachsetzen ins Tor. Erschwerend kam hinzu, dass Lugano in dieser Phase gleich mehrere Strafen wegen unsportlichen Verhaltens kassierte.

Auch im letzten Drittel konnte Lugano nicht reagieren. Im Gegenteil: Daniel Rubin und Damien Riat sorgten mit ihren Treffern für den höchsten Saisonsieg von Servette. Goalie Robert Mayer feierte den ersten Shutout in dieser Saison, sein Team den zweiten Erfolg in den letzten acht Spielen.

Kloten - ZSC Lions 2:3 (1:1, 1:0, 0:1, 0:0) n.P.

6278 Zuschauer (Saisonrekord). - SR Vinnerborg/Wehrli, Abegglen/Fluri.

Tore: 5. Bachofner (Bärtschi, Blindenbacher) 0:1. 11. Frick 1:1. 26. Sheppard (Shore, Grassi/Ausschluss Seger) 2:1. 51. Kenins 2:2. - Penaltyschiessen: Leone 1:0, Bärtschi -; Shore -; Kenins 1:1; Praplan -, Shannon 1:2; Santala 2:2, Wick 2:3; Hollenstein -.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Kloten, 8mal 2 plus 10 Minuten (Thoresen) plus 5 Minuten (Chris Baltisberger) plus Spieldauer (Chris Baltisberger) gegen die ZSC Lions.

PostFinance-Topskorer: Hollenstein; Wick.

Kloten: Gerber; Sanguinetti, Frick; Stoop, Weber; Back, Harlacher; Gähler; Praplan, Santala, Hollenstein; Grassi, Shore, Sheppard; Lemm, Schlagenhauf, Kellenberger; Obrist, Homberger, Leone.

ZSC Lions: Flüeler; Blindenbacher, Siegenthaler; Rundblad, Geering; Seger, Marti; Guerra, Phil Baltisberger; Thoresen, Sjögren, Wick; Nilsson, Shannon, Kenins; Chris Baltisberger, Trachsler, Schäppi; Bärtschi, Diem, Bachofner.

Bemerkungen: Kloten ohne Ramholt, Boltshauser, Bieber und Von Gunten, ZSC Lions ohne Cunti, Hächler und Suter (alle verletzt), Herzog (gesperrt), Pestoni und Künzle (verordnetes Aufbautraining). - Sanguinetti (13.) verletzt ausgeschieden. - Hollenstein (62.) verschiesst Penalty.

Bern - Biel 3:1 (2:0, 1:1, 0:0)

16'845 Zuschauer. - SR Fischer/Kurmann, Bürgi/Wüst.

Tore: 8. Arcobello (Moser, Rüfenacht) 1:0. 10. Meyer (Bodenmann) 2:0. 24. Moser (Rüfenacht, Genoni) 3:0. 34. Tschantré 3:1.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Biel.

PostFinance-Topskorer: Arcobello; Earl.

Bern: Genoni; Untersander, Blum; Noreau, Gerber; Jobin, Krueger; Kamerzin, Kreis; Bodenmann, Ebbett, Meyer; Berger, Plüss, Scherwey; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Müller, Macenauer, Meyer.

Biel: Hiller; Jecker, Wellinger; Dave Sutter, Fey; Valentin Lüthi, Dufner; Maurer, Lundin; Rossi, Neuenschwander, Fabian Lüthi; Tschantré, Haas, Rajala; Micflikier, Earl, Schmutz; Wetzel, Fabian Sutter, Horansky.

Bemerkungen: Bern ohne Hischier, Reichert (beide verletzt) und Lasch (überzähliger Ausländer), Biel ohne Joggi, Pedretti (beide verletzt), Huguenin und Nicholas Steiner (beide krank). Tschantré verletzt ausgeschieden (54.). Pfostenschüsse Müller (28./34.). Timeouts Biel (58:01) und Bern (59:32). Biel ab 58:01 ohne Torhüter.

Davos - Fribourg-Gottéron 4:2 (0:0, 1:1, 3:1)

4782 Zuschauer. - SR Koch/Sir(CZE), Obwegeser/Stuber.

Tore: 23. Forster (Kousal, Schneeberger) 1:0. 36. Schmutz (Cervenka) 1:1. 42. Marc Wieser (Lindgren, Ambühl/Ausschluss Abplanalp) 2:1. 48. Du Bois (Walser) 3:1. 58. Rathgeb (Bykow) 2:3. 60. (59:57) Axelsson (Lindgren, Marc Wieser) 4:2 (ins leere Tor).

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron.

PostFinance-Topskorer: Lindgren; Sprunger.

Davos: Van Pottelberghe; Schneeberger, Forster; Du Bois, Rahimi; Heldner, Paschoud; Kindschi; Eggenberger, Kousal, Ambühl; Marc Wieser, Lindgren, Axelsson; Simion, Corvi, Jörg; Kessler, Walser, Egli; Jäger.

Fribourg-Gottéron: Conz; Stalder, Leeger; Rathgeb, Picard; Maret, Abplanalp; Chavaillaz; Mauldin, Cervenka, Gustafsson; Neukom, Rivera, Neuenschwander; Sprunger, Bykow, Mottet; Chiquet, Schmutz, Marchon.

Bemerkungen: Davos ohne Aeschlimann, Dino Wieser (beide verletzt), Sciaroni (gesperrt), Fribourg-Gottéron ohne Ritola, Kienzle, Schilt und Fritsche (alle verletzt). - Conz hält Penalty von Marc Wieser (47.). - Pfostenschüsse: Kindschi (24.), Simion (28.); Mottet (16.), Cervenka (25./Latte). - Timeout Fribourg (26.). - Fribourg-Gottéron von 58:13 bis 59:57 ohne Torhüter.

Genève-Servette - Lugano 5:0 (1:0, 2:0, 2:0)

5906 Zuschauer. - SR Mollard/Wiegand, Kaderli/Progin.

Tore: 17. Gerbe 1:0. 29. Slater (Riat) 2:0. 36. Wick (Ausschluss Morini) 3:0. 50. Rubin 4:0. 54. Riat (Rod) 5:0.

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 9mal 2 plus 10 Minuten (Vauclair) gegen Lugano.

PostFinance-Topskorer: Wick; Klasen.

Genève-Servette: Mayer; Loeffel, Kast; Jacquemet, Fransson; Mercier, Petschenig; Wick, Slater, Rod; Simek, Rubin, Spaling; Schweri, Romy, Gerbe; Traber, Maillard, Impose; Riat, Leonelli.

Lugano: Merzlikins; Ulmer, Vauclair; Hirschi, Ronchetti; Chiesa, Sannitz; Sartori; Lapierre, Zackrisson, Hofmann; Bürgler, Martensson, Klasen; Brunner, Morini, Bertaggia; Walker, Gardner, Reuille.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Chuard (gesperrt), Antonietti, Vukovic, Détraz, Almond, Douay, Heinimann, Massimino (alle verletzt) und Ehrhardt (überzähliger Ausländer), Lugano ohne Furrer, Fontana, Sondell, Kparghai (alle verletzt) und Wilson (überzähliger Ausländer). Pfostenschuss Klasen (22.). Timeout Genève-Servette (53.).

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