Lions siegen weiter - Davos gewinnt Spitzenkampf
Aktualisiert

Lions siegen weiter - Davos gewinnt Spitzenkampf

Die ZSC Lions kommen den Playoff-Plätzen mit grossen Schritten näher. Die Zürcher besiegten Basel im Hallenstadion mit 4:2. Den Anschluss an Leader Bern hat Davos mit einem Vollerfolg in Zug geschafft.

Am 15. November 2006, nach der zehnten Niederlage in Serie (1:9 in Lugano), wurde Pekka Rautakallio als Trainer des HC Ambri-Piotta entlassen. Das gleiche Schicksal droht nun auch Jan Tlacil, dem aktuellen Headcoach der Tessiner. Beim 0:8 in Rapperswil-Jona, dem siebten sieglosen Spiel in Serie, lieferte sein Team kein Argument ab, den Tschechen noch lange zu beschäftigen. Dass der nach dem 0:5 eingewechselte Ambri-Goalie Jonas Müller trotz drei Gegentoren aus zehn Schüssen zum besten Spieler gewählt wurde, entbehrte nicht einer gewissen Ironie. Die Lakers-Stürmer Niklas Nordgren und Daniel Steiner nützten den indiskutablen Auftritt des Auswärtsteams jeweils zu einem Hattrick aus.

Zu denken geben muss Tlacil und Co. neben dem schwächsten Powerplay der Liga die offensive Baisse. Nachdem Ambri bereits am Samstag beim 0:2 gegen Genf-Servette ohne Treffer geblieben war, erhöhte sich die Zeit ohne Erfolgserlebnis mit der desaströsen Leistung in Rapperswil-Jona auf 133:01 Minuten. Und weiteres Ungemach scheint im Anmarsch: Laut Zeitungsberichten haben andere NLA-Klubs ihre Fühler nach Hnat Domenichelli, der zurzeit wirkungslosen Leaderfigur der Leventiner, ausgestreckt.

Zugs «schwarzes» Wochenende

Ebenfalls zu den Verlierern des Wochenends zählt der EVZ. Am Samstag verloren die Innerschweizer auswärts gegen die SCL Tigers, für die Josh Holden wie schon tags zuvor in Freiburg zwei Mal traf, 4:5 nach Verlängerung. Dazu wurde bekannt, dass Trainer Sean Simpson, mit dem der EVZ 1998 zum bislang einzigen Mal Meister wurde, nach dieser Saison nicht mehr weiterbeschäftigt wird. 20 Stunden später beim 2:3 gegen Davos wurde den Zugern die mangelhafte Chancenauswertung zum Verhängnis. Immerhin verabschiedete sich Oleg Petrow würdig von seinem Heimpublikum. Der Russe, der am Dienstag nach der Partie in Genf in seine Heimat wechseln wird, erzielte nach einem sensationellen Solo von Fabian Schnyder den Treffer zum 2:2. Zudem war Petrow an diversen Aktionen der feldüberlegenen Zuger beteiligt.

ZSC mit viertem Sieg in Folge

Nach einem miserablen Saisonstart nehmen die ZSC Lions langsam Fahrt auf. Das 4:2 am Sonntag gegen Basel war bereits der vierte Erfolg der Zürcher hintereinander. Die Öffentlichkeit nimmt die steigende Formkurve der Lions aber wenig zur Kenntnis. Den Auftritt gegen den klaren Tabellenletzten - mit einer Doublette des neu verpflichteten Slowaken Peter Sejna (erste Skorerpunkte) - verfolgten nur etwas mehr als 6000 Zuschauer vor Ort. Spektakel mit Prominenz aus Sport und der Glamourwelt scheint im Hallenstadion wesentlich höher im Kurs zu stehen als der Liga-Alltag: Der Super-Zehnkampf am Freitag war von doppelt so vielen Personen besucht worden...

National League A, 16. und 17. Runde (Nachholspiele)

Zug - Davos 2:3 (1:2, 1:0, 0:1)

Herti. - 5713 Zuschauer. - SR Prugger, Küng/Schmid.

Tore: 2. Marha (Marc Wieser) 0:1. 8. Kress (Grosek) 1:1. 19. Reto von Arx (Ausschluss Dino Wieser!) 1:2. 28. Petrow (Schnyder) 2:2. 56. Bürgler (Rizzi) 2:3.

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Zug, 4mal 2 plus 10 Minuten (Daigle) gegen Davos.

PostFinance-Topskorer: Camichel; Burkhalter.

Zug: Weibel; Maurer, Richter; Diaz, Back; Dominic Meier, Kress; Petrow, Schnyder, Casutt; McTavish, Camichel, Di Pietro; Christen, Oppliger, Trevor Meier; Walser, Fischer, Grosek; Steinmann.

Davos: Berra; Jan von Arx, Crameri; Stoop, Niinimaa; Winkler, Blatter; Furrer, Müller; Guggisberg, Reto von Arx, Daigle; Ambühl, Marha, Dino Wieser; Bürgler, Burkhalter, Randegger; Marc Wieser, Rizzi, Donati.

Bemerkungen: Zug ohne Sutter, Davos ohne Gianola, Leblanc, Riesen, Taticek (alle verletzt) und Niinimäki (noch nicht spielberechtigt). - Pfostenschüsse: 4. McTavish, 41. Christen, 51. Fischer. - Trevor Meier in 1. Minute mit Verdacht auf Hirnerschütterung ausgeschieden. - 60. (59:22) Timeout Zug, danach ohne Goalie.

ZSC Lions - Basel 4:2 (1:1, 1:1, 2:0)

Hallenstadion. - 6018 Zuschauer. - SR Jonak (Slk), Kehrli/Stäheli.

Tore: 9. Gardner (Adrian Wichser/Ausschluss Pavlikovsky!) 1:0. 17. Rubin (Strafe angezeigt) 1:1. 23. Sejna (Suchy, Adrian Wichser/Ausschluss Bundi) 2:1. 27. Della Rossa (Camenzind, Tschannen/Ausschluss Forster) 2:2. 43. Sejna (Gardner) 3:2. 60. (59:37) Gardner (Forster/Ausschluss Monnet!) 4:2 (ins leere Tor).

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 9mal 2 Minuten gegen Basel.

PostFinance-Topskorer: Adrian Wichser; Papineau.

ZSC Lions: Sulander; Blindenbacher, Suchy; Seger, Forster; Stoffel, Daniel Schnyder; Leeger; Gardner, Adrian Wichser, Sejna; Monnet, Pavlikovsky, Lachmatow; Lemm, Grauwiler, Bastl; Krutow, Gloor, Lindemann; Alston.

Basel: Schürch; Stalder, Hauer; Doig, Studer; Wüthrich, Bundi; Randegger, Horak; Fuchs, Papineau, Sarault; Collenberg, Tschuor, Stefan Schnyder; Tschannen, Camenzind, Della Rossa; Rubin, Walker.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Murovic, Martin Wichser (beide verletzt) und MacLean (überzählig), Basel ohne Gerber, Maneluk, Nüssli, Plavsic und Voegele (alle verletzt). - 49. Tor von Sejna aberkannt (Tor verschoben). - 60. Pfostenschuss Forster. - 60. (59:01) Timeout Basel, von 58:59 bis 59:37 ohne Goalie.

SCRJ Lakers - Ambri 8:0 (3:0, 2:0, 3:0)

Diners Club Arena. - 4720 Zuschauer. - SR Stalder, Wehrli/Wirth.

Tore: 7. Nordgren (Czerkawski/Ausschlüsse Blatny, Tallarini) 1:0. 8. Steiner (Guyaz, Kamber/Ausschluss Tallarini) 2:0. 18. Nordgren (Voisard, Helfenstein) 3:0. 29. Nordgren (Czerkawski, Kamber/Ausschluss Duca) 4:0. 37. Steiner (Reuille, Geyer/Ausschluss Blatny) 5:0. 44. Helfenstein 6:0. 54. Steiner (Czerkawski, Kamber) 7:0. 56. Roest (Nordgren/Ausschluss Guyaz!) 8:0.

Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 9mal 2 plus 10 Minuten (Imperatori) gegen Ambri-Piotta.

PostFinance-Topskorer: Czerkawski; Westrum.

Rapperswil-Jona: Streit; Geyer, Fischer; Koivisto, Guyaz; Voisard, Schefer; Berger; Czerkawski, Kamber, Steiner; Nordgren, Roest, Reuille; Helfenstein, Bütler, Sirén; Gmür, Hürlimann, Friedli; Müller.

Ambri-Piotta: Bäumle (37. Müller); Naumenko, Mattioli; Tallarini, Gautschi; Du Bois, Marghitola; Duca, Westrum, Domenichelli; Christen, Stirnimann, Demuth; Sciaroni, Blatny, Schönenberger; Bianchi, Tognini, Imperatori; Schena.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Micheli und Schrepfer, Ambri- Piotta ohne Celio, Kutlak, Pont, Siritsa und Zanetti (alle verletzt). - 5. Lattenschuss Sirén. - Rapperswil-Jona ab 2. Drittel ohne Sirén (Handverletzung).

(si)

Deine Meinung