Aufgespritzt: Lippen sind das neue Status-Symbol
Aktualisiert

AufgespritztLippen sind das neue Status-Symbol

Schlauchbootlippen sind tot – es lebe der Schmollmund! Immer mehr junge und hippe Leute lassen sich die Lippen aufpolstern, wie Schweizer Beautydocs bestätigen.

von
Monika Rufener
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Sie hat den Trend losgetreten: Kaylie Jenner präsentiert sich auf ihrem Instagram ihre dicke Lippe und provozierte damit Gerüchte über einen möglichen Beauty-Eingriff.

Sie hat den Trend losgetreten: Kaylie Jenner präsentiert sich auf ihrem Instagram ihre dicke Lippe und provozierte damit Gerüchte über einen möglichen Beauty-Eingriff.

Die 17-Jährige dementiert jedoch vehement. Sie habe ihre schmalen Lippen lediglich Dank Schminke grösser wirken lassen.

Die 17-Jährige dementiert jedoch vehement. Sie habe ihre schmalen Lippen lediglich Dank Schminke grösser wirken lassen.

Auch um ihre Schwester Kim Kardashian gab es Gerüchte, sie habe ihre Lippen vergrössert. Hier der Vergleich: Ein Bild von Kim Kardashian aus dem Jahre 2007...

Auch um ihre Schwester Kim Kardashian gab es Gerüchte, sie habe ihre Lippen vergrössert. Hier der Vergleich: Ein Bild von Kim Kardashian aus dem Jahre 2007...

Keystone/Evan Agostini

Kylie Jenner macht es vor: Dicke Lippen sind voll im Trend. Waren vor ein paar Jahren noch aufgespritzte Münder vor allem bei der älteren, gut betuchten Klientel angesagt, ist es nun die jüngere Generation, die sich an die Nadel traut: «Vor allem beim jungen, hippen Publikum ist die Lippenunterspritzung im Trend», bestätigt Nikolaus Linde, Schönheitsexperte aus Zürich.

«Die meisten Frauen sind Anfang bis Mitte 20, doch sie werden zunehmend jünger. Die Jüngsten waren 17 Jahre alt, meist mit wirklich schmalen Lippen, was dann ein wenig verkniffen aussieht», erklärt der Mediziner. Die Mädchen würden dann von ihren Müttern begleitet, Väter hätten in dieser Beziehung oft mehr Berührungsängste. Jedoch müsse bei Minderjährigen mindestens ein Elternteil bei der ausführlichen Aufklärung des Eingriffs dabei sein. Inspiration für einen solchen Eingriff wird laut dem Experten oft in Hollywood geholt.

Auch Janine hat sich von Stars in Magazinen inspirieren lassen. Sie ist jung, tätowiert, trendbewusst – und hat sich im Januar dieses Jahres zum ersten Mal eine Spritze an ihre Lippen setzen lassen: «Ich wollte keine Schlauchbootlippen. Ich finde den Mund von Megan Fox beispielsweise ganz schön.» Das Angebot ihres Arztes: Erst einmal spritzen, und falls sie noch mehr Volumen in die Lippen möchte, kann sie sich nach zwei Wochen die zweite Dosis holen. Das tat Janine auch. «Beim ersten Mal hat meine Mutter nichts gemerkt, beim zweiten Mal sagte sie, dass ich aussehe wie ein Kamel», erzählt die 29-Jährige lachend.

Wenig Angst vor Spritzen

Mit dem Resultat ist sie zufrieden und steht auch zum Eingriff. «Ich glaube einfach, dass die jüngere Generation tendenziell selbstverliebter ist. Man postet Selfies, ist auf verschiedenen Netzwerken präsent. Da hat man weniger Skrupel vor einem Eingriff», meint Janine. Sie ist bereits die Dritte in ihrem Freundeskreis, die sich die Lippen hat aufspritzen lassen.

«Einer der Gründe für den Lippen-Trend könnte sein, dass die Behandlung relativ einfach und schnell ist», erzählt Schönheitschirurg Daniel Kish. Eine Unterspritzung dauert fünf bis zehn Minuten und kostet zwischen 300 und 500 Franken. Das Resultat hält bis zu einem halben Jahr.

Neu sei vor allem auch die sogenannte Geisha-Lippe im Trend, wobei nur die Lippenmitte aufgespritzt wird und dadurch eine Kussmundoptik entstehen soll. Doch Janine würde auch bei diesem eher kleineren Eingriff eine Betäubung empfehlen. «So simpel ist dieser Eingriff auch wieder nicht, immerhin wird einem rund sechs Mal ziemlich tief in die Lippe gepiekst.»

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