Grossratswahlen 2022 – Listenrekord bei Wahlen – Juso kritisiert Kanton Bern
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Grossratswahlen 2022Listenrekord bei Wahlen – Juso kritisiert Kanton Bern

Noch nie haben im Kanton Bern so viele Personen für den Grossen Rat kandidiert. Die Einteilung der Kandidierenden in binäre Geschlechter sorgt nun aber für Ärger.

von
Raphael Casablanca
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Der Kanton Bern begründet die Einteilung in binäre Geschlechter damit, dass er diese für eine statistische Auswertung braucht.

Der Kanton Bern begründet die Einteilung in binäre Geschlechter damit, dass er diese für eine statistische Auswertung braucht.

Alexandra Jaeggi/Tamedia AG
Frédéric Mader, Co-Präsident der Juso Kanton Bern, findet die Argumentation des Kantons Bern «scheinheilig».

Frédéric Mader, Co-Präsident der Juso Kanton Bern, findet die Argumentation des Kantons Bern «scheinheilig».

Juso Kanton Bern
 Die Juso fordert den Kanton Bern dazu auf, die Einteilung in binäre Geschlechter abzuschaffen.

Die Juso fordert den Kanton Bern dazu auf, die Einteilung in binäre Geschlechter abzuschaffen.

Facebook/Juso Kanton Bern

Darum gehts

  • Bei den diesjährigen Grossratswahlen nehmen mehr Kandidierende teil als jemals zuvor.

  • In einer Medienmitteilung vom Dienstag informierte der Kanton Bern über die Anzahl männlicher und weiblicher Kandidaten.

  • Diese Einteilung stört die Juso des Kantons Bern. Sie fordern, dass die Einteilung in binäre Geschlechter abgeschafft wird.

In einer Medienmitteilung verkündete der Kanton Bern am Dienstag eine Rekordbeteiligung bei den Grossratswahlen 2022: «879 Frauen und 1334 Männer auf 158 Listen kandidieren für einen der 160 Sitze», steht in der Mitteilung. Diese Einteilung in männliche und weibliche Geschlechter sorgt bei der Juso des Kantons Bern für Ärger: «Dabei wird einmal mehr ein binäres Geschlechtssystem zementiert. Personen, die sich diesem nicht zuordnen, werden unsichtbar gemacht», schreibt Frédéric Mader, Co-Präsident der Juso Kanton Bern, in einer Medienmitteilung.

Der Kanton Bern begründet gemäss Juso die Einteilung in binäre Geschlechter damit, dass es diese für eine statistische Auswertung braucht. Eine scheinheilige Argumentation, wie Mader findet: «Damit eine wirkliche Repräsentation der Gesellschaft stattfinden kann, müssen alle Menschen kandidieren können, ohne sich einem binären Geschlechtermodell zuordnen zu müssen.» Die Juso fordert den Kanton deswegen dazu auf, die rechtlichen Grundlagen so zu ändern, dass die Einteilung in binäre Geschlechter abgeschafft wird.

Rekordzahlen bei Grossratswahlen

Die Beteiligung bei den bernischen Grossratswahlen ist in diesem Jahr rekordverdächtig. Insgesamt sind 158 Listen für den Grossen Rat des Kantons Bern eingereicht worden. Dies sind zwölf Listen mehr als bei den Wahlen vor vier Jahren (146 Listen). Auch die Anzahl der Kandidierenden ist gestiegen: Dieses Jahr kandidieren 2213 Personen, mehr als jemals zuvor. Vor vier Jahren waren es noch 2111 Personen.

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