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«Das literarische Quartett»Literaturkritiker Hellmuth Karasek ist tot

Der Schriftsteller und aus dem ZDF bekannte Literaturkritiker Hellmuth Karasek starb im Alter von 81 Jahren.

von
chk
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«Literarisches Quartett» und «Spiegel»: Hellmuth Karasek ist gestorben. (Archivbild)

«Literarisches Quartett» und «Spiegel»: Hellmuth Karasek ist gestorben. (Archivbild)

Keystone/Markus Scholz
Lagen sich regelmässig in den Haaren: «Das literarische Quartett» Iris Radisch, Marcel Reich-Ranicki (vorne), Elke Heidenreich und Hellmuth Karasek. (18. August 2000)

Lagen sich regelmässig in den Haaren: «Das literarische Quartett» Iris Radisch, Marcel Reich-Ranicki (vorne), Elke Heidenreich und Hellmuth Karasek. (18. August 2000)

Keystone/Kerstin Joensson
Prägten gemeinsam zwölf Jahre die ZDF-Literatursendung: Hellmuth Karasek (links) und Marcel Reich-Ranicki. (30. Mai 2010)

Prägten gemeinsam zwölf Jahre die ZDF-Literatursendung: Hellmuth Karasek (links) und Marcel Reich-Ranicki. (30. Mai 2010)

Keystone/Frank Rumpenhorst

Trauer um Hellmuth Karasek: Der Literaturkritiker und Schriftsteller ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 81 Jahren, wie seine Familie in Hamburg bestätigte.

Zwölf Jahre lang hatte Karasek neben Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) die ZDF-Sendung «Das literarische Quartett» geprägt und war so einer breiten Öffentlichkeit bekanntgeworden. Über zwei Jahrzehnte hatte er beim Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» Einfluss auf das Bild von der Literatur sowie vom Theater und von der Filmkunst in Deutschland genommen.

Geboren wurde Hellmuth Karasek 1934 als eines von fünf Kindern im mährischen Brünn. Ende des Zweiten Weltkrieges floh die Familie vor der Roten Armee nach Bernburg/Saale in Sachsen-Anhalt.


Die erste Sendung «Das literarische Quartett» auf ZDF. (Video: Youtube/TextundBuehne)

Nach der Matura übersiedelte Karasek 1952 aus der damaligen DDR in die Bundesrepublik und studierte in Tübingen Germanistik, Geschichte und Anglistik: «Ich habe in zwei Diktaturen gelebt. Die erste habe ich gemocht und erst später gemerkt, dass das ein Schweineregime war. Die zweite habe ich von Anfang an gehasst», sagte er einmal.

Titelgeschichte über Marlene Dietrich

Karasek begann seine journalistische Karriere 1960 bei der «Stuttgarter Zeitung» als Redaktor und avancierte wenig später zum Feuilleton-Chef. Nach einigen Unterbrechungen wechselte er 1968 als Theaterkritiker und Feuilleton-Redakteur zur Wochenzeitung «Die Zeit» (bis 1974).

Danach begann seine «Spiegel»-Zeit: von 1974 bis 1991 leitete er das Kulturressort, 1996 kam es zum vorläufigen Bruch mit dem Magazin. Nach vierjähriger Pause schrieb Karasek im Jahr 2000 wieder ein Titelgeschichte für das Heft – über Filmdiva Marlene Dietrich.


Hellmuth Karasek rezensiert den Ikea-Katalog. (Video: Youtube/Ikea CH)

Sein Romandebüt gab Karasek 1998 mit «Das Magazin» – über das intrigante Innenleben eines Hamburger Nachrichtenmagazins, was ihm viele übel nahmen. Bis 2004 war er Mitherausgeber des Berliner «Tagesspiegel». Neben zahlreichen Büchern («Süsser Vogel Jugend», «Soll das ein Witz sein?») schrieb Karasek für Zeitungen wie «Die Welt» und das «Hamburger Abendblatt» – wo auch regelmässig seine Glossen erschienen.

Mit Grass verwechselt

Daneben arbeitete er als Dramaturg, Moderator, Biograf etwa des Filmemachers Billy Wilder oder unter dem Pseudonym Daniel Doppler als satirischer Theaterautor («Die Wachtel»). «Das Fernsehen hat mein Leben am meisten verändert», sagte er über seine Zeit beim «Literarischen Quartett» einmal. Seitdem kannten die Menschen sein Gesicht, auch wenn sie ihn manchmal mit Literaturnobelpreisträger Günter Grass verwechselten, wie er berichtete. An diesem Freitag (2. Oktober) will das ZDF eine Neuauflage der Sendung starten.

Karasek selbst ging bis ins hohe Alter auf Lesereise und schrieb weiter. Erst 2013 waren wieder zwei Bücher («Auf Reisen. Wie ich mir Deutschland erlesen habe», «Frauen sind auch nur Männer») von ihm erschienen. (chk/sda)

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