Aktualisiert 07.06.2006 20:55

Littering-Verbot: Wenig Bussen – immer mehr Müll

Seit genau zwei Jahren können in Bern Personen gebüsst werden, die Abfall auf den Boden werfen.

Genützt hat das Littering-Verbot wenig: Die Polizei ahndet Müllsünder kaum und die Dreckberge wachsen munter weiter.

«Diese Verordnung ist doch ein Papiertiger», nervt sich SVP-Stadtrat Peter Bühler.

Seit Juni 2004 hat die Berner Stapo einen Bussenkatalog zur Hand, mit dem sie Abfallsünder zur Kasse bitten kann.Mit der Umsetzung hapert es allerdings: «Wir haben bislang nur wenig Bussen verteilt», sagt Stapo-Sprecher Franz Märki. «Schliesslich ist das für uns nur eine Aufgabe nebst vielen anderen.»

Peter Bühler fordert nun mehr Personal: «Es braucht eine Art Ghüderpolizist, der Verstösse auch wirklich ahndet – sonst vermüllt unsere Stadt vollends.» Damit es nicht so weit kommt, geben die Berner Strassenputzer Vollgas. Kein leichtes Unterfangen, solange ein Grossteil des Mülls auf dem Boden statt im Kübel landet.

«Und die Situation wird immer schlimmer», so Roland Beyeler, Leiter Reinigung. «Jährlich steigt die Gesamt-Abfallmenge um rund 10 Prozent.» Besonders schweisstreibend werden für die Büezer die nächsten Wochen. «Während der WM gibts sicher sehr viel Ghüder», befürchtet ein Strassenreiniger in der Innenstadt.

Raffaela Moresi

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