Litwinenko-Foto als Zielscheibe für Elitetruppe
Aktualisiert

Litwinenko-Foto als Zielscheibe für Elitetruppe

Russische Sicherheitskräfte und Elitesoldaten haben beim Schiess-Training eines privaten Unternehmens ein Foto des ermordeten Exspions Alexander Litwinenko als Zielscheibe benutzt.

Das bestätigte der Leiter des Witjas-Zentrums, Sergej Lisjuk. Dass es sich bei der abgebildeten Person um Litwinenko gehandelt habe, habe er allerdings erst im Nachhinein aus den Medien erfahren, sagte Lisjuk der Nachrichtenagentur AP: «Wir schiessen nicht auf Litwinenko, wir schiessen auf ein Ziel.»

Russische Medien hatten Bilder veröffentlicht, auf denen der Präsident des russischen Föderationsrats, Sergej Mironow, bei einem Besuch des Witjas-Zentrums Anfang November zu sehen ist. Im Hintergrund ist eine Zielscheibe mit dem Bild Litwinenkos zu sehen. Mironow verlieh während des Termins Auszeichnungen an Elitesoldaten, die an einem Schiesswettbewerb in dem Zentrum teilgenommen hatten.

Litwinenko starb am 23. November in London an einer radioaktiven Vergiftung. Die britischen Behörden ermitteln seither wegen Mordes. Auf dem Sterbebett machte Litwinenko den Kreml für seinen Tod verantwortlich, Moskau hat dies als absurd zurückgewiesen.

Auch auf einem im Internet verbreiteten Werbefilm des Witjaz-Zentrums sind Sicherheitskräfte zu sehen, die auf ein Litwinenko-Bild schiessen. Die Aufnahmen stammten allerdings aus dem Jahr 2002, sagte Lisjuk. Ein Kreml-Sprecher betonte, an den Schiessübungen seien keine Regierungstruppen beteiligt gewesen. (dapd)

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