Aktualisiert 06.04.2020 21:43

Nach Kritik

Liverpool krebst zurück – doch keine Hilfe vom Staat

Der englische Premier-League-Clubs korrigiert seinen Entscheid, nachdem Fans und ehemalige Spieler ihn heftig kritisierten.

von
dpa
1 / 4
Doch keine Zwangsferien für die Angestellten des FC Liverpool. Die teilte der Vorsitzende Peter Moore (r.) am Montagabend in einer Mitteilung auf der Website der Reds mit.

Doch keine Zwangsferien für die Angestellten des FC Liverpool. Die teilte der Vorsitzende Peter Moore (r.) am Montagabend in einer Mitteilung auf der Website der Reds mit.

Getty Images/Andrew Powell
Der Club des Schweizer Nationalspielers Xherdan Shaqiri hatte am Wochenende entscheiden, an einem Programm der Regierung zur Rettung von Arbeitsplätzen teilzunehmen, indem 80 Prozent der Löhne vom Staat übernommen werden.

Der Club des Schweizer Nationalspielers Xherdan Shaqiri hatte am Wochenende entscheiden, an einem Programm der Regierung zur Rettung von Arbeitsplätzen teilzunehmen, indem 80 Prozent der Löhne vom Staat übernommen werden.

Getty Images/Richard Heathcote
So wollte man die finanziellen Einbussen aus der Corona-bedingten Zwangspause abdecken. Dies sorgte für heftige Kritik.

So wollte man die finanziellen Einbussen aus der Corona-bedingten Zwangspause abdecken. Dies sorgte für heftige Kritik.

Getty Images/Andrew Powell

Der FC Liverpool hat seine Entscheidung revidiert und schickt zahlreiche Mitarbeiter während der Corona-Krise doch nicht in den Zwangsurlaub. Das teilte der Vorsitzende Peter Moore am Montagabend in einer Mitteilung auf der Website der Reds mit. Moore entschuldigte sich auch bei den Fans, die die Massnahmen zuvor scharf kritisiert hatten. «Wir glauben, dass wir letzte Woche zum falschen Schluss gekommen sind», schrieb Moore, «das tut uns wirklich leid.»

Erst am Samstag hatte der Arbeitgeber des Schweizer Nationalspielers Xherdan Shaqiri angekündigt, ein Programm der Regierung zur Rettung von Arbeitsplätzen zu nutzen, indem 80 Prozent der Löhne vom Staat übernommen werden. Den Rest wollte der Verein beisteuern, damit die Angestellten keine finanziellen Nachteile erleiden. Ähnlich hatten es bereits die Ligarivalen Tottenham Hotspur, Norwich City, Newcastle United und AFC Bournemouth gemacht.

Suche nach Alternativen

Das sorgte für heftige Kritik, unter anderem vom ehemaligen Liverpool-Profi Jamie Carragher. Ein anonym bleibender Mitarbeiter des Clubs sagte dem Sender BBC: «Der Club bezeichnet die Mitarbeiter als Familie. Ich fühle mich nicht wie ein Familienmitglied. Warum nutzt ein Club, der mehr als 100 Millionen Pfund umsetzt, ein Regierungsprogramm für seine Mitarbeiter, wenn andere Unternehmen es mehr brauchen?»

Moore erklärte, Liverpool werde nun nach Alternativen suchen, um die Corona-Krise zu überstehen. Allerdings warnte er auch vor «nie da gewesenen» Verlusten für den Verein. «Auch wenn wir vor dieser Krise in einer gesunden Position waren – unsere Einnahmen sind weggefallen, während unsere Ausgaben bleiben», betonte er. Man werde sich deshalb auf verschiedene Szenarien vorbereiten.

Fehler gefunden?Jetzt melden.
0 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen