Liverpool-Mord: Drive-By-Shooting tötete Teenager
Aktualisiert

Liverpool-Mord: Drive-By-Shooting tötete Teenager

Nach dem grausamen Mord an einem Elfjährigen in Liverpool haben die Eltern und die Polizei den Täter mit einem verzweifelten Appell aufgerufen, sich selbst zu stellen.

«Stell dich. Bitte gib' den Eltern nach dieser Tragödie ein wenig Frieden», sagte Vize-Polizeichefin Patricia Gallan. «Unser Sohn war erst elf, unser Baby. Das darf nicht weitergehen, bitte helfen Sie uns», sagte die Mutter Melanie Jones unter Tränen.

Die Suche konzentrierte sich am Freitag laut Polizei auf einen 13- bis 15-Jährigen. Bisher seien nur wenige Anrufe eingegangen, beklagte die Vize-Polizeichefin. «Ich brauche mehr Hilfe, um dieses Verbrechen aufzuklären.»

Der elfjährige Rhys Jones war am Mittwochabend im Viertel Croxteth erschossen worden, als er vom Fussballspielen nach Hause ging. Der als schüchtern beschriebene Junge starb auf dem Weg ins Spital.

Der Täter soll die Schüsse von einem BMX-Rad aus abgegeben haben. Zwei Verdächtige im Alter von 14 und 18 Jahren waren am Donnerstagabend gegen Kaution wieder freigekommen.

Am Boden zerstört

Die Eltern betonten, ihr Sohn sei nie Mitglied einer Jugendbande gewesen und seine ganze Leidenschaft habe dem Fussball gegolten. Auch hätten sie keine Hinweise auf Probleme mit Waffen in der Gegend gehabt.

«Wir sind am Boden zerstört. Unsere Welt ist zusammengebrochen, die Welt hat einen guten Jungen verloren», sagte der verzweifelte Vater Stephen Jones. Es sei «der schlimmste Albtraum».

Everton ruft zu Hilfe auf

Nahe des Tatorts legten sowohl die Eltern als auch Freunde, Anwohner und Angehörige am Freitag Blumen und Andenken an den Jungen nieder, darunter ein Schal des Fussballclubs Everton, dessen glühender Fan Rhys war.

«Jedes Tor, das ich schiesse, wird für dich sein», schrieb einer seiner Freunde. Auch der Everton-Club rief zur Hilfe auf. Am Samstag soll es vor dem Spiel eine Schweigeminute geben, die Spieler würden schwarze Armbänder tragen.

Nach Angaben von Anwohnern gibt es in der Gegend Probleme mit Jugendgewalt. «Alle Kinder in den Banden hier haben Waffen. Sie würden nicht zwei Mal darüber nachdenken, jemanden zu erschiessen», sagte ein Jugendlicher der Zeitung «Guardian».

Die Bluttat setzt eine Serie von Morden an Teenagern in Grossbritannien fort, die meist durch Mitglieder brutaler Jugendbanden verübt wurden. Allein in London sind seit Anfang des Jahres 17 Jugendliche erschossen oder erstochen worden.

(sda)

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