Krieg in der Ukraine: Russland feuert Iskander-Raketen auf Truppenübungsplatz – mindestens 10 Tote

Krieg in der UkraineRussland feuert Iskander-Raketen auf Truppenübungsplatz – mindestens 10 Tote

Seit mehreren Monaten herrscht in der Ukraine Krieg. Am 19. April hat Russland eine gross angelegte Offensive auf die Ostukraine gestartet. 20 Minuten liefert die News zum Krieg.

von
Newsdesk
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26. Mai
26. Mai

Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow, dessen Truppen die russische Armee unterstützen, droht in einem Video Polen mit einem Angriff.

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24. Mai
24. Mai

Getty Images
22. Mai
22. Mai

Russland will bis zum Ende des Herbstes etwa 50 neue Interkontinentalraketen vom Typ Sarmat in den Dienst nehmen.

via REUTERS

Das Wichtigste im Überblick:

  • Seit 24. Februar führt die russische Armee einen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

  • Es gibt Bombardierungen und Raketenangriffe, die auch zivile Einrichtungen treffen.

  • Mehrere Verhandlungen der beiden Parteien sind bisher gescheitert.

  • Helfer bezeichneten die humanitäre Situation insbesondere in südlichen Mariupol als «katastrophal». Die Stadt am Asowschen Meer ist seit Wochen umkämpft und praktisch vollständig zerstört.

  • Russland werden schwere Kriegsverbrechen vorgeworfen. So sollen die russischen Truppen verbotene Brandbomben einsetzen. Vor allem in Kiews Vorstädten wurden Massengräber mit Hunderten hingerichteter Zivilisten entdeckt. Zudem kam es offenbar zu Massenvergewaltigungen.

  • Seit Kriegsbeginn befinden sich nach UN-Angaben mehr als 4,4 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Schweiz rechnet bis Herbst mit bis zu 120'000 zu uns geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern.

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Freitag, 27.05.2022

Zehn Tote nach Iskander-Angriff auf Militärstützpunkt

Bei russischen Angriffen auf einen Militärstützpunkt in der ukrainischen Stadt Dnipro sind nach ukrainischen Angaben «rund zehn Menschen» getötet worden. «Ein Truppenübungsplatz der Nationalgarde ist heute Morgen von Iskander-Raketen getroffen worden», sagte der Regionalleiter der Nationalgarde, Gennady Korban, am Freitag dem Fernsehsender Dnipro TV. Weitere 30 bis 35 Menschen seien verletzt worden.

Beim Angriff auf den Militärstützpunkt setzte Russland eine Iskander-Rakete ein.

Beim Angriff auf den Militärstützpunkt setzte Russland eine Iskander-Rakete ein.

Reuters

Der Gouverneur der Region, Valentin Resnitschenko, hatte zuvor erklärt, dass durch die Angriffe «schwere Schäden» entstanden seien und Rettungskräfte unter den Trümmern nach Opfern suchten. Dnipro ist eine grosse Industriestadt im Zentrum der Ukraine. Sie war bislang von grösseren Kriegsschäden verschont geblieben und diente als Drehscheibe für Binnenflüchtlinge aus dem Osten des Landes. (AFP/bho)

08:26

Lyman von prorussischen Separatisten eingenommen

Prorussische Separatisten haben ihre Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Lyman im Osten der Ukraine verkündet. Mit Unterstützung der russischen Streitkräfte hätten sie «die vollständige Kontrolle» über Lyman erlangt, teilte der Generalstab der Separatisten in der Region Donezk am Freitag im Messengerdienst Telegram mit. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die Verbindung zu den Grossstädten Slowjansk und Kramatorsk.

Man habe die volle Kontrolle über 220 Siedlungen erreicht, darunter Lyman, erklärte das Militär der selbst ernannten Volksrepublik Donezk am Freitag via Telegram. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gab es nicht.

Lyman hatte vor dem Krieg mehr als 20'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Es ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt nördlich von Slowjansk und Kramatorsk, die weiter unter ukrainischer Kontrolle standen. (AFP)

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07:49

Kreml-Kritiker wollen Russland «deputinisieren»

An einem Geheimgipfel in Litauen, der von Litauens Aussenminister Gabrielius Landsbergis organisiert wird, soll eine Strategie entwickelt werden, wie Russland von Wladimir Putin befreit werden kann.

Wie die «Bild» berichtet, nehmen am Gipfel amtierende und ehemalige Spitzenpolitiker sowie Menschenrechtler und Journalisten aus Europa, Russland und den USA teil. Ziel des «Anti-Putin-Gipfels» ist demnach, den «Bären zu erschlagen».

In Litauen soll an einem Geheimgipfel besprochen werden, wie Russland von Wladimir Putin befreit werden kann.

In Litauen soll an einem Geheimgipfel besprochen werden, wie Russland von Wladimir Putin befreit werden kann.

AFP

Ein Teilnehmer des Gipfels gegenüber der «Bild»-Zeitung: «Mit dem brutalen Krieg gegen die Ukraine hat Putin den Bogen überspannt. Seit Kriegsbeginn mussten bereits Zehntausende Russen für seinen Grössenwahn mit ihrem Leben bezahlen. Wenn wir Russland jetzt nicht von ihm befreien, wann dann?» (bre)

05:07

1500 Menschen in Sjewjerodonezk getötet

Die ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk ist laut ihrem Bürgermeister zum Schauplatz heftiger Angriffe der russischen Truppen geworden. Rund 1500 Menschen seien getötet worden, teilte Olexandr Strjuk mit. Rund 12'000 bis 13'000 seien in der Stadt verblieben, 60 Prozent der Wohngebäude seien dort zerstört worden. Die ukrainischen Kräfte hielten den Angriffen noch stand, doch sei eine russische Aufklärungs- und Sabotagegruppe in ein Hotel in Sjewjerodonezk eingedrungen, meldete Strjuk.

Die Stadt ist das einzige Gebiet der Region Luhansk im Donbass, das von der ukrainischen Regierung kontrolliert wird. Russische Truppen versuchen die Stadt vom Rest des von der Ukraine dominierten Territoriums abzuschneiden.

Laut Bürgermeister Olexandr Strjuk sind in der ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk rund 1500 Menschen getötet worden.

Laut Bürgermeister Olexandr Strjuk sind in der ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk rund 1500 Menschen getötet worden.

REUTERS

Die Hauptstrasse zwischen der Nachbarstadt Lyssytschansk und dem weiter südwestlich gelegenen Bachmut sei zwar noch offen, doch seien Reisen gefährlich, sagte Strjuk. Am Donnerstag hätten nur zwölf Menschen evakuiert werden können. (DPA)

04:25

Frau stirbt bei ukrainischem Angriff

Eine Frau aus dem Dorf Zhuravlevka im russischen Verwaltungsbezirk (Oblast) Belgorod, ist laut der russischen Nachrichtenagentur durch ukrainischen Beschuss ums Leben gekommen. Die Grenzdörfer der Region Belgorod wurden wiederholt von ukrainischer Seite angegriffen. In den Grenzdörfern Zhuravlevka und Nekhoteevka wurde am 23. März der Ausnahmezustand ausgerufen.

Diese Aufnahme hat die russische Nachrichtenagentur RIA veröffentlicht.

Diese Aufnahme hat die russische Nachrichtenagentur RIA veröffentlicht.

RIA
01:42

Schicken die USA der Ukraine bald Langstrecken-Raketen?

Die US-Regierung zieht einem Medienbericht zufolge in Erwägung, fortschrittliche Langstrecken-Raketensysteme in die Ukraine zu schicken. Die in den USA hergestellten Waffensysteme könnten Raketen über Hunderte Kilometer abfeuern, berichtete der Sender CNN am Donnerstag unter Berufung auf mehrere Beamte. Ein neues militärisches Hilfspaket könnte bereits in der kommenden Woche angekündigt werden. Die Ukraine habe um diese Art von Waffen gebeten, hiess es weiter. Allerdings sei die US-Regierung zögerlich gewesen, da befürchtet werde, dass die Ukraine die Raketensysteme für Angriffe auf russisches Gebiet nutzen könnte. Es stelle sich die Frage, ob dies eine russische Vergeltungsmassnahme zur Folge haben könnte, so CNN.

US-Präsident Joe Biden hatte erst am Wochenende ein neues Milliarden-Hilfspaket der USA für die Ukraine mit einem Volumen von fast 40 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt. Aus dem Paket entfällt rund die Hälfte der Gesamtsumme auf den Verteidigungsbereich. Davon sind sechs Milliarden Dollar für direkte militärische Hilfe für die Ukraine vorgesehen. Mit weiteren Milliardenbeträgen sollen unter anderem US-Lagerbestände wieder mit militärischer Ausrüstung aufgefüllt werden, die an die Ukraine geschickt wurde. Die US-Regierung hatte zuvor schon mehrere grosse Pakete zur Unterstützung der Ukraine auf den Weg gebracht. (DPA)

01:38

Selenski klagt Zögern des Westens an

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Zögerlichkeit der Europäer bei Sanktionen gegen Russland beklagt. «Die Ukraine wird immer ein unabhängiger Staat sein und nicht zerbrechen», sagte Selenski am Donnerstag in seiner abendlichen Videoansprache. Die Frage sei, welchen Preis die Ukraine für ihre Freiheit zahlen müsse – und welchen Preis Russland für den sinnlosen Krieg.

Selenski fragte, warum die EU so lange brauche, um ein sechstes Sanktionspaket zu verabschieden. Noch immer verdiene Russland Milliarden mit Energieexporten, noch immer seien nicht alle russischen Banken sanktioniert. Wie lange müsse die Ukraine darum kämpfen, die Waffen zu bekommen, die sie brauche, fragte er.

«Die laufende Offensive der Besatzer im Donbass könnte die Region menschenleer machen», sagte Selenski. Die Städte würden zerstört, die Menschen getötet oder verschleppt, sagte er. Er sah dies als «eine offensichtliche Politik des Völkermords». (DPA)

Donnerstag, 26.05.2022
17:40

WHO-Staaten verurteilen Putins Angriffskrieg

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ist auch bei der Weltgesundheitsversammlung in Genf verurteilt worden. Eine von der Ukraine eingebrachte Resolution, die Russlands «militärische Aggression» in dem Nachbarland «auf das Schärfste» verurteilt, wurde am Donnerstag mit den Stimmen von 88 Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verabschiedet.

Russland wird darin aufgefordert, alle Angriffe auf Krankenhäuser in der Ukraine sofort einzustellen. Konkrete Sanktionen gegen Moskau sieht der Text nicht vor. Zwölf Länder stimmten gegen die Resolution. 53 Staaten, insbesondere aus Afrika, enthielten sich.

14:52

Kämpfe im Donbass auf «maximaler Intensität»

Um den Donbass im Osten der Ukraine wird nach Angaben aus Kiew immer erbitterter gekämpft. «Der Kampf hat seine maximale Intensität erreicht», sagte Vize-Verteidigungsministerin Ganna Malyar am Donnerstag. «Die feindlichen Truppen stürmen die Positionen unserer Truppen gleichzeitig aus mehreren Richtungen.» Angesichts dieses Vorrückens der russischen Armee hätten die ukrainischen Soldaten «eine extrem schwierige und lange Kampfphase» vor sich.

Russland hat seine Truppen aus dem Zentrum und Norden der Ukraine in den Osten verlagert, um dort seine militärischen Erfolge zu konsolidieren. Seitdem dringen russische Soldaten langsam, aber stetig immer tiefer in die Donbass-Region vor. Strategisch wichtige Städte wie Sewerodonezk und Lysytschansk werden von der russischen Armee belagert.(AFP)

14:39

«Putins Bluthund» droht mit Angriff auf Polen

Seit Beginn des Krieges unterstützt der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow Russland, Einheiten seiner berüchtigten «Kadyrowy» sollen an Kampfhandlungen in der Ukraine beteiligt sein und dabei besondere Brutalität an den Tag legen. Laut dem britischen Geheimdienst sind Tausende von Tschetschenen als Hilfstruppen vor allem in den Regionen Mariupol und Luhansk aktiv.

Nun hat Kadyrow ein verstörendes Video veröffentlicht, in dem er Polen mit einem Angriff droht. «Die Angelegenheit mit der Ukraine ist abgeschlossen. Mich interessiert Polen», sagt er im Clip. «Wenn wir nach der Ukraine den Befehl bekommen, werden wir in sechs Sekunden zeigen, zu was wir fähig sind.»

Die Polen sollten besser ihre Waffen niederlegen und «ihre Söldner zurückziehen» – und «um Verzeihung für das bitten, was ihr unserem Botschafter angetan habt.» Der russische Botschafter in Polen war am 9. Mai von Demonstranten mit roter Farbe überschüttet worden.

11:02

Scholz kritisiert Wladimir Putin scharf

In seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat der deutsche Kanzler Olaf Scholz den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine als Fehlschlag bezeichnet – «mit furchtbaren Konsequenzen» für Russland und die übrige Welt. Das offensichtliche Scheitern Russlands habe die Gefahr aber noch nicht gebannt. Eine mögliche Ausweitung des Kriegs sei noch nicht abgewendet, warnte der Kanzler.

Mit Blick auf Präsident Wladimir Putin sagte Scholz: «Schon jetzt hat er all seine strategischen Ziele verfehlt.» Dennoch stehe nach wie vor eine Frage im Raum, die ihm «jeden Tag Sorge» mache – nämlich, «ob ein Krieg ausbricht, der über den Krieg in der Ukraine hinausgreift». Das Ziel der internationalen Russland-Politik sei «ganz klar», sagte Scholz. «Putin darf seinen Krieg nicht gewinnen. Und ich bin überzeugt: Er wird ihn nicht gewinnen!»

Der Kanzler rief dazu auf, sich dem Machtanspruch des russischen Präsidenten entgegenzustellen. Es gehe darum, «Putin klarzumachen: Es wird keinen Diktatfrieden geben», sagte Scholz. «Das wird die Ukraine nicht akzeptieren – und wir auch nicht.» Scholz hob hervor, dass die Bundesrepublik nun erstmals Waffen in ein Kriegsgebiet liefere. «Ernsthaft über Frieden verhandeln wird Putin jedoch nur, wenn er merkt, dass er die Verteidigung der Ukraine nicht brechen kann», sagte er. (afp)

05:54

Selenski kritisiert Aussagen von Ex-US-Aussenminister Kissinger

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat einen Vorschlag des ehemaligen US-Aussenministers Henry Kissinger scharf kritisiert. Dieser sagte am Dienstag am Weltwirtschaftsforum in Davos, die Friedensverhandlungen müssten darauf abzielen, entlang der Front im Donbass Grenzen zu schaffen. Damit würde die Ukraine grosse Teile des Donbasses und auch der Krim-Halbinsel abgeben.

Selenski vergleicht Henry Kissingers Vorschlag mit der britischen Annäherungspolitik im Vorfeld des zweiten Weltkriegs.

Selenski vergleicht Henry Kissingers Vorschlag mit der britischen Annäherungspolitik im Vorfeld des zweiten Weltkriegs.

AFP

Selenski kritisiert diese Taktik scharf und verglich sie mit der sogenannten «Appeasement»-Taktik des damaligen britischen Premierministers Neville Chamberlain vor dem Zweiten Weltkrieg. Grossbritannien liess Nazideutschland im Vorfeld des Krieges in vielen Bereichen gewähren, obwohl das Land damit direkt gegen den Friedensvertrag von Versaille verstiess. «Es scheint, dass Herr Kissingers Kalender nicht 2022 zeigt, sondern 1938, und dass er dachte, dass er zu einem Publikum in München spricht, nicht in Davos», so der ukrainische Präsident zum Vorschlag des ehemaligen US-Aussenministers, Russland gebietsmässig Zugeständnisse zu machen.

00:54

Gebietsabtretungen wird es laut Selenski nicht geben

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat scharf Vorschläge aus dem Westen zurückgewiesen, wonach sein Land um einer Friedensvereinbarung willen Gebiete an Russland abtreten sollte. Die «grossartigen Geopolitiker», die so etwas nahelegten, ignorierten die Interessen einfacher Ukrainer – «Millionen jener, die tatsächlich auf dem Territorium leben, dass sie – deren Vorschlag gemäss – für eine Illusion des Friedens eintauschen sollen», sagte Selenski in seiner abendlichen Videoansprache an seine Landsleute am Mittwoch. «Wir müssen immer an das Volk denken und uns erinnern, dass Werte nicht nur Worte sind.»

Selenski verglich auch Befürworter ukrainischer Gebietsabtretungen an Russland mit jenen, die 1938 dafür waren, Adolf Hitler Territorium in der Hoffnung zu überlassen, den Zweiten Weltkrieg zu verhindern.

Die Interessen der Ukrainer sollten nicht aufgewogen werden gegen «die Interessen jener, die in Eile sind, wieder den Diktator zu treffen», sagte der ukrainische Präsident mit Blick auf Kremlchef Wladimir Putin. Aktuell habe es die ukrainische Armee mit dem bisher heftigsten Angriff der russischen Truppen zu tun. Diese verfügten mancherorts über mehr Waffen und Soldaten, führte Selenski aus. Er bat einmal mehr um mehr militärische Unterstützung aus dem Westen – «ohne Ausnahme, ohne Beschränkungen.» «Genug, um zu gewinnen.» (DPA)

Mittwoch, 25.05.2022
19:47

Selenski will Visumspflicht für Russen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski tritt für eine Visumspflicht für Russen bei der Einreise in die Ukraine ein. Er stellte sich am Mittwoch hinter eine entsprechende Online-Petition, die seit Februar auf knapp 27'000 Unterschriften kam. «Vor dem Hintergrund der umfassenden russischen Aggression ist die angesprochene Frage wichtig und dringend», schrieb er. Er sehe die Notwendigkeit, die Kontrolle über die Einreise russischer Bürger auf das Territorium der Ukraine zu verstärken. Die Regierung unter Ministerpräsident Denys Schmyhal wurde mit einer Regelung beauftragt.

Zwischen der Ukraine und Russland gilt grundsätzlich Visumsfreiheit. Allerdings gab es schon in den vergangenen Jahren Beschränkungen für die Einreise von Russen in die Ukraine, viele Einzelpersonen hatten Einreiseverbot. Kurz nach dem russischen Überfall verbot die Ukraine am 28. Februar generell die Einreise russischer Staatsbürger. (dpa)

14:48

Russland verteilt Pässe in der Südukraine

Mehr als drei Monate nach Kriegsbeginn will Russland besetzte Teile der Ukraine stärker an sich binden. Kremlchef Wladimir Putin unterzeichnete am Mittwoch ein Dekret, wonach Einwohner der ukrainischen Gebiete Cherson und Saporischschja zu erleichterten Bedingungen die russische Staatsbürgerschaft erhalten können. 2019 hatte Putin bereits den Einwohnern der abtrünnigen ukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk die Einbürgerung vereinfacht. Hunderttausende Menschen erhielten russische Pässe.

Für Selenski kommt eine Abtretung von ukrainischem Territorium nicht in Frage.

Für Selenski kommt eine Abtretung von ukrainischem Territorium nicht in Frage.

20min/Marcel Urech

Für den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski kommt jedoch eine Abtretung von Territorium selbst im Gegenzug für ein Ende des Krieges nicht in Frage, wie er am Mittwoch deutlich machte. «Die Ukraine kämpft, bis sie ihr gesamtes Territorium zurück hat», sagte Selenski am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Victor-Pinchuk-Stiftung in Davos. Er war digital zu der Diskussion am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums zugeschaltet. (dpa)

13:28

Russland bezahlt Staatsschulden nur noch in Rubel

Russland wird seine Auslandsschulden nach Angaben aus Moskau nun in Rubel begleichen. Künftige Zahlungen würden «in der russischen Landeswährung getätigt», erklärte das Finanzministerium am Mittwoch im Dienst Telegram. Grund dafür sei, dass die USA eine entsprechende Ausnahmeregelung zur Schuldenbegleichung gestrichen hätten. Das mache es «unmöglich, die Staatsschulden weiter in Dollar zu begleichen».

Das US-Finanzministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) eine Sanktions-Ausnahmeregelung ende, die Russland eine Begleichung seiner Auslandsschulden mit Dollar erlaubt hatte. Im Zuge der Sanktionen wurde unter anderem die Möglichkeit des russischen Staates blockiert, seine Schulden mit auf US-Konten gelagerten Dollar zu begleichen. Moskau konnte aber noch auf in Russland gehaltene Dollar zurückgreifen. Diese Ausnahme endete nun.

Russlands Finanzminister Anton Siluanow betonte, sein Land habe ausreichend finanzielle Mittel und werde seine Schulden auch bezahlen. Die Möglichkeit eines Zahlungsausfalls wies er zurück. Die derzeitige Lage sei «künstlich von einem unfreundlichen Land geschaffen worden». (afp)

12:04

Russland hebt Altersgrenze für Militärdienst auf

Russland hat die Altersgrenze für den Militärdienst abgeschafft. Das russische Parlament stimmte am Mittwoch für einen entsprechenden Gesetzesentwurf, wie aus der Website der Duma hervorgeht. Künftig kann demnach jeder Freiwillige, der das gesetzliche Rentenalter noch nicht erreicht hat, der Armee beitreten. Dieses liegt für Männer derzeit bei 61,5 Jahren.

Bislang konnten sich nur russische Bürger zwischen 18 und 40 Jahren bei der Armee verpflichten, für Ausländer galt eine Zeitspanne zwischen 18 und 30 Jahren.

Bei ihrer Offensive in der Ukraine hat die russische Armee schwere materielle und menschliche Verluste zu verzeichnen, auch wenn diese von Moskau nie beziffert wurden. Im April startete Russland einen Aufruf mit dem Ziel, rund 134'500 junge Menschen einzuziehen. Die Behörden erklärten allerdings, die Rekruten würden nicht an die Front beordert. (afp)

08:59

Ukrainische Flagge auf Berg namens Putin gehisst

Pik-Putin ist ein 4446 Meter hoher Berg im Westen des Tienschan-Gebirges in Kirgisistan. Dort wurde nun von Unbekannten eine ukrainische Flagge gehisst, wie ukrinform.ua schreibt. Im Dezember 2010 schlug die Bezirksbehörde des Bezirks Chui in Kirgisistan vor, den 4446 Meter hohen Berg, der sich auf ihrem Territorium erhebt, nach dem damaligen russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin zu benennen.

Der Vorschlag der Bezirksabgeordneten wurde von der kirgisischen Regierung unterstützt. Am 17. Februar 2011 stimmte das kirgisische Parlament der Initiative der Regierung zu. (fos)

08:52

Sechs Tote und mehrere Verletzte bei Angriff auf Zivilisten

Bei russischem Beschuss in der Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine sind nach Angaben des Gouverneurs der Region Luhansk mindestens sechs Zivilisten getötet worden. Acht weitere Menschen seien dabei in den vergangenen 24 Stunden verletzt worden, teilte Gouverneur Serhij Hajdaj am Mittwoch mit. Hajdaj warf russischen Soldaten vor, absichtlich Unterkünfte von Zivilisten anzugreifen.

Sjewjerodonezk ist eine umkämpfte Stadt im Donbass. Dort hat Russland eine Offensive gestartet. Die Ukrainer leisteten nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums heftigen Widerstand. Sjewjerodonezk und umliegende Städte bilden die einzige Gegend von Luhansk, die noch von der ukrainischen Regierung kontrolliert wird.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sagte am Dienstagabend, die Russen konzentrierten fast ihre gesamte militärische Macht auf Luhansk. «Liman, Popasna, Sjewjerodonezk, Slawjansk – die Besatzer wollen dort alles zerstören», sagte Selenski in seiner nächtlichen Ansprache an die Nation. (dpa)

07:16

Selenski fordert Gespräch mit Putin

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski will als Gegenleistung für einen Frieden kein ukrainisches Territorium aufgeben. «Die Ukraine kämpft, bis sie ihr gesamtes Territorium zurück hat», sagte Selenski am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Victor-Pinchuk-Stiftung in Davos. Er war digital zu der Diskussion am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums zugeschaltet.

Selenski sagte auch, er sei bereit zu Gesprächen, wenn sich Russland in die Gebiete zurückziehe, in denen es vor Kriegsbeginn im Februar war. Er werde aber nur mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin selbst sprechen. «Ich kann nur mit dem Präsidenten direkt sprechen, keine Mittelspersonen, keine Vermittler», sagte Selenski. Dafür müsse Putin seine Blase verlassen. Derzeit verhandle Russland nicht ernsthaft. (DPA)

«Ich kann nur mit dem Präsidenten direkt sprechen», sagt Selenski.

«Ich kann nur mit dem Präsidenten direkt sprechen», sagt Selenski.

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