Berner Schoggi-Hersteller : LKW mit Aufschrift «Mkönig» sorgt auf Twitter für Empörung 
Publiziert

Berner Schoggi-Hersteller LKW mit Aufschrift «M*****könig» sorgt auf Twitter für Empörung 

Die Berner Firma Chocolat Ammann hat ihre Süssigkeiten längst umbenannt. Dennoch fuhr am Donnerstag ein Lastwagen mit den Aufschriften «M*****könig» und «M*****prinz» durch Bern. Wie kommt das? 

1 / 3
Ein Lastwagen mit den alten Produktbezeichnungen von Chocolat Ammann fuhr am Donnerstag durch Bern. 

Ein Lastwagen mit den alten Produktbezeichnungen von Chocolat Ammann fuhr am Donnerstag durch Bern. 

Twitter 
Das Heimberger Unternehmen hat seine Produkte im Jahr 2018 umbenannt. 

Das Heimberger Unternehmen hat seine Produkte im Jahr 2018 umbenannt. 

Chocolat Ammann 
Der Ersatz des abgebildeten Lastwagens sei seit einiger Zeit geplant, sagt Chocolat-Ammann-Chef Eric von Graffenried: «Er wurde denn auch kürzlich zum Verkauf ausgeschrieben. Dies ist der Hauptgrund, weshalb wir die Beschriftung nicht mehr ausgetauscht haben.»

Der Ersatz des abgebildeten Lastwagens sei seit einiger Zeit geplant, sagt Chocolat-Ammann-Chef Eric von Graffenried: «Er wurde denn auch kürzlich zum Verkauf ausgeschrieben. Dies ist der Hauptgrund, weshalb wir die Beschriftung nicht mehr ausgetauscht haben.»

Chocolat Ammann 

Darum gehts

  • Die Berner Firma Chocolat Ammann taufte bereits 2018 ihre Schoggi-Spezialitäten um.

  • Am Donnerstag wurde in Bern allerdings ein Lastwagen mit den Aufschriften «M*****könig» und «M*****prinz» gesichtet. 

  • Während die alten Bezeichnungen bei den Produkten nicht mehr verwendet werden, ist das Rebranding bei den Kommunikationsinstrumenten noch nicht ganz abgeschlossen. 

«Eigentlich war der Morgen schon schlecht genug … Was soll der Unfug?», schimpft der Twitter-User. Der Grund für seinen Unmut: Am Donnerstag fuhr am Loeb-Egge ein Lastwagen von Chocolat Ammann vorbei. In fetten roten und grünen Lettern wurde darauf für den «Ammann M*****könig» und den «Ammann M*****prinz» geworben.

Die Reaktionen auf den Tweet und das Foto reichen von Erstaunen bis Empörung. «Was zur Hölle!», «Unglaublich» oder «Wtf» schreiben einige User. Einer fragt: «Gab es Reaktionen von den Leuten? Wenn ich der Chauffeur wäre, ich glaube, ich hätte am Morgen nicht losfahren können.» Ein weiterer Nutzer merkt an, dass das Heimberger Unternehmen den Namen seiner Produkte doch eigentlich längst geändert habe. «Offensichtlich hats für eine Anpassung auf den Lastwagen nicht gereicht.»

Lastwagen zum Verkauf ausgeschrieben

Tatsächlich heissen Ammanns Schoggi-Spezialitäten «Big King», «King», «Mini King» oder «Prince», seit Eric von Graffenried 2018 den Familienbetrieb übernahm. Auch die Kommunikationsinstrumente wie die Webseite, der Social-Media-Auftritt oder die Fahrzeugbeschriftungen würden seither laufend angepasst, sagt von Graffenried zu 20 Minuten. Dies geschehe, «wie bei kleinen Unternehmen nicht unüblich, Schritt für Schritt und in einem für uns budgetverträglichen Rahmen».

So erklärt sich auch, weshalb das Rebranding noch nicht zu 100 Prozent abgeschlossen ist – und auf dem abgebildeten Lastwagen noch die alten Bezeichnungen stehen. Der Ersatz dieses LKWs sei seit einiger Zeit geplant, sagt von Graffenried: «Er wurde denn auch kürzlich zum Verkauf ausgeschrieben. Dies ist der Hauptgrund, weshalb wir die Beschriftung nicht mehr ausgetauscht haben.» 

Dass sich Leute daran stören, wenn noch immer Lastwagen mit den Begriffen «M*****könig» und «M*****prinz» herumfahren, könne er nachvollziehen. Ansonsten jedoch würden die alten Bezeichnungen in der Kommunikation und bei den Produkten nicht mehr verwendet. 

Zum Begriff

Bei dem Ausdruck «Mohr» handelt es sich um eine veraltete Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Galt er zunächst nur für die Bewohner Mauretaniens (Mauren), wurden ab dem Mittelalter zunehmend alle Menschen mit dunkler Hautfarbe so bezeichnet. Mittlerweile, so bestätigt es auch der Duden, wird das Wort als diskriminierend angesehen.  

Aktivier jetzt den Bern-Push!

Nur mit dem Bern-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region Bern, Freiburg, Solothurn und Wallis blitzschnell auf dein Handy geliefert.

Und so gehts: In der 20-Minuten-App tippst du rechts unten auf «Cockpit». Dort auf «Mitteilungen» und dann «Weiter». Dann markierst du bei den Regionen «Bern», tippst noch einmal «Weiter» und dann «Bestätigen». Voilà!

Wir sind auch auf Instagram. Folg uns für Posts, Storys und Gewinnspiele aus der Region – und schick uns deine Bilder und Inputs: 20 Minuten Region Bern.

(sul)

Deine Meinung