Strippenzieher: Lobbyist muss vier Jahre ins Gefängnis
Aktualisiert

StrippenzieherLobbyist muss vier Jahre ins Gefängnis

Der einst einflussreiche Washingtoner Lobbyist Jack Abramoff ist zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er sich mit wertvollen Geschenken politische Gefälligkeiten erkauft hat.

US-Bezirksrichterin Ellen Segal Huvelle sagte am Donnerstag in Washington, der Fall habe das öffentliche Vertrauen in das politische System der USA erschüttert.

Sie hätte Abramoff auch zu elf Jahren Haft verurteilen können, rechne ihm aber an, dass er als wichtigster Zeuge in seinem eigenen Korruptionsfall ausgesagt habe. Mit seiner Hilfe wurden ein Kongressabgeordneter und mehrere Mitarbeiter des Kongresses sowie Mitarbeiter der Regierung von Präsident George W. Bush der Bestechlichkeit überführt.

Abramoff hatte gestanden, teure Golf-Vergnügungsreisen, Essen in Luxusrestaurants, Eintrittskarten für Sportereignisse und andere Geschenke dafür eingesetzt zu haben, die politischen Ziele seiner Auftraggeber zu erreichen. Der Skandal erschütterte das politische Washington vonm Weissen Haus bis zum Kongress und war auch ein Grund für den Verlust der republikanischen Mehrheit bei den Kongresswahlen 2006.

Abramoff entschuldigte sich im Gericht: «Ich stehe vor ihnen als gebrochener Mann. Ich bin nicht mehr derselbe, der freudig und arrogant einen Lebensstil der politischen und unternehmerischen Korruption führte.» (dapd)

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