Aktualisiert 24.02.2014 21:38

Im Copy-Paste-Verfahren

Lobbyisten spamen FDP-Nationalrat zu

FDP-Nationalrat Fathi Derder ärgert sich über das stümperhafte Lobbying von Menschenrechtlern. Diese spamen ihn mit Copy-Paste-Mails zu.

von
ala
«Ich glaube nicht, dass irgendjemand seine Meinung deswegen ändert», sagt FDP-Nationalrat Fathi Derder über die Spam-Flut.

«Ich glaube nicht, dass irgendjemand seine Meinung deswegen ändert», sagt FDP-Nationalrat Fathi Derder über die Spam-Flut.

Erfolgreiches Lobbying sieht anders aus: 70 E-Mails hat Fathi Derder von Sympathisanten von Amnesty International bekommen. In diesen fordern sie den FDP-Nationalrat dazu auf, im Parlament gegen die Lockerung von Kriegsmaterialexporten zu stimmen. Überzeugt haben die Absender den Romand mit ihrer Mailflut nicht – im Gegenteil.

«Solches Lobbying ist nicht sehr intelligent», sagt Derder. Dabei ärgert er sich nicht nur über den zugespamten Posteingang, sondern ebenso über das schlampige Vorgehen der Absender. «Teilweise haben sich die Leute nicht einmal die Mühe gemacht, das Mail dem Adressaten anzupassen.» So habe er gewisse E-Mails mit der Anrede «Sehr geehrter Herr Nationalrat/Sehr geehrte Frau Nationalrätin» bekommen. Und dort, wo der Name des Absenders stehen sollte, hiess es «Unterschrift».

«Ein Copy-Paste-Verfahren und erst noch schlecht gemacht», stellt Derder in seiner Kolumne im «Le Matin» fest. Auch der moralisierende Tonfall – die Rede ist von bedrohten Menschenrechten von Tausenden Männern, Frauen und Kindern – stört ihn: «Ich glaube nicht, dass irgendjemand seine Meinung deswegen ändert.» Sein Tipp an die Lobbyisten: Statt mit Massenmails sollten sie es besser mit einem persönlichen Gespräch probieren: «Ein solches könnte nämlich tatsächlich dazu führen, dass ich meine Meinung ändere.»

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