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Das Wasser steigt weiterLocarno rüstet sich für das Hochwasser

Höchste Gefahrenstufe für Locarno: In der Nacht auf Donnerstag soll der See einen Höchststand von 196,7 Metern erreichen. Zudem drohen weitere Felsstürze und Murgänge.

von
ann

Die Augen der Tessiner Bevölkerung richten sich derzeit auf Locarno. Die Stadt am Lago Maggiore droht im See zu versinken. Dieser hat bereits einen Pegelstand von 195,37 Metern erreicht. Aufgrund der Wetter-Prognosen wird das Wasser weiter steigen. In der Nacht auf Donnerstag soll der See gemäss neusten Prognosen einen Höchststand von rund 196,70 Metern erreichen. Der Bund hat für die Region die höchste Gefahrenstufe ausgerufen.

Was andernorts für Aufregung sorgen könnte, löst in Locarno nur geschäftiges Treiben aus. «Wir sind darauf vorbereitet», sagt der Kommandant der Gemeindepolizei Silvano Stern. Die Klinik Santa Chiara sei evakuiert worden. Mit Hilfe des Katastrophenschutzes habe man zudem bereits damit begonnen, die Passerellen für die Fussgänger zu errichten. «Morgen kommt der Rest und wird aufgebaut.»

Ausserdem seien aus allen Tiefgaragen und Parkplätzen in Seenähe die Autos weggefahren oder abtransportiert worden. Die Häuser im Gefahrenbereich hätten zudem alle Barrieren oder seien wasserdicht gebaut. «So lange das Wasser nicht über 198 Meter steigt, haben wir kein Problem», sagt Stern.

Geologen sind Tag und Nacht auf Achse

Nicht ganz so zuversichtlich tönt es von Seiten der Tessiner Geologen, die im Moment Tag und Nacht in der Region unterwegs sind. Dort rechnet man jederzeit damit, dass irgendwo ein weiterer Erdrutsch niedergehen könnte. «Die Hänge sind so voller Wasser», sagt Giorgio Valenti vom kantonalen Amt für Naturgefahren.

Bereits ist es in der Gemeinde Castione bei Bellinzona zu einem Felssturz gekommen. In einem stillgelegten Marmorsteinbruch sind mehrere Tausend Kubikmeter von einer Felsschulter ins Tal gestürzt. Es drohen zudem weitere Brocken abzurutschen. Für Menschen besteht aber keine Gefahr. Der Steinbruch befindet sich weit weg von Autobahn und Siedlungen.

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