Rekord-Buchungen erwartet – Lockdown in Österreich führt zu Ansturm auf Schweizer Skigebiete
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Rekord-Buchungen erwartetLockdown in Österreich führt zu Ansturm auf Schweizer Skigebiete

Dieses Jahr verzeichnen Skigebiete bei den Buchungen Rekordzahlen. Einen spürbaren Effekt auf die Schweiz hat auch der Lockdown in Österreich.

von
Céline Meisel
Lucas Orellano
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Nach einer vergleichsweise mageren Skisaison 2020/21 verzeichnen Skigebiete grossen Ansturm.

Nach einer vergleichsweise mageren Skisaison 2020/21 verzeichnen Skigebiete grossen Ansturm.

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Die Zahlen können mit denen aus dem Rekordjahr 2019 verglichen werden. 

Die Zahlen können mit denen aus dem Rekordjahr 2019 verglichen werden.

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Saas-Fee hat besonders grossen Zulauf aus Deutschland, den Beneluxstaaten und dem Vereinigten Königreich.

Saas-Fee hat besonders grossen Zulauf aus Deutschland, den Beneluxstaaten und dem Vereinigten Königreich.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Skigebiete verzeichnen schweizweit hohe Buchungszahlen.

  • Der Lockdown in Österreich hat vielerorts die ohnehin schon guten Zahlen weiter angeheizt.

  • «Der bisherige Verlauf der Buchungen ist sehr erfreulich und viel besser als in der letzten Saison», sagt Rolf Wegmüller von Wengen Tourismus.

Die Schweizer Skigebiete erwarten einen sehr guten Winter. Die Buchungen über die Festtage sind in zahlreichen Regionen deutlich über dem Niveau des letzten Jahres. Dazu beigetragen hat auch der Lockdown in Österreich, der Feriengäste dazu bringt, eher in der Schweiz, als im Ausland zu buchen.

«Wir nehmen derzeit deutlich mehr Buchungen für die Wintermonate entgegen wie im Vorjahr und sind zuversichtlich für die kommenden Monate», sagt Silvia Nüesch von Tourismus Adelboden-Lenk-Kandersteg zu 20 Minuten.

Erfreulicher Buchungsbestand

Dem stimmt auch Rolf Wegmüller von Wengen Tourismus zu: «Der bisherige Verlauf der Buchungen ist sehr erfreulich und viel besser als in der letzten Saison». Die Region Engelberg-Titlis sei sogar «schon fast ausgebucht», sagt Andres Lietha, Direktor Engelberg-Titlis Tourismus AG.

In den Skigebieten zeichnet sich schweizweit ein ähnliches Bild: «Die Buchungssituation in Saas-Fee und im Saastal sieht momentan sehr gut aus, die Saison ist auch sehr gut gestartet. Auch für Februar haben wir einen sehr guten beachtlichen Buchungsstand», sagt Mattia Storni, von Saas-Fee Tourismus.

«Der grosse Unterschied zum letzten Jahr ist, dass jetzt noch alles offen ist. Im November und Ende Dezember waren die Restaurants in den Skigebieten zu, das führte zu verschiedenen Annullationen.» Der Buchungsbestand sei dieses Jahr sehr erfreulich. Das stimme positiv, so Storni. «Wir können in der aktuellen Situation die Zahlen von diesem Jahr mit 2019 vergleichen, welches eine sehr gute Saison war.»

«Wir haben einen aussergewöhnlichen Buchungsstand», sagt Ernst Wyrsch, Präsident von Hotelleriesuisse Graubünden. «Man sieht, dass die Leute in der Schweiz bleiben wollen. Stand jetzt sieht es sehr gut aus.»

Verlagerung von Österreich

Saas-Fee verzeichnet aktuell ein grosses Interesse aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Beneluxstaaten. Das auch wegen des Lockdowns in Österreich. «Viele Gäste aus den Beneluxstaaten und Deutschland müssen sich aufgrund der Situation neu orientieren. Deswegen stösst unser Skigebiet auf Interesse, auch weil es schon geöffnet ist», sagt Mattia Storni.

Diesen Effekt kann auch Sabrina Marcolin von Zermatt-Tourismus bestätigen: «Auch wir spüren die Auswirkungen des Lockdowns in Österreich mit vermehrten Buchungen von Gästen, die normalerweise dort ihre Skiferien verbringen.» Genaue Zahlen gebe es jedoch noch keine.

Eine Auswirkung hat der Lockdown in Österreich auch in der Tourismusregion Engelberg. «Ja, wir konnten das auch beobachten», sagt Lietha. «Es ist wohl nicht so, dass jetzt mehr Österreicherinnen und Österreicher zu uns kommen, sondern eher, dass Schweizerinnen und Schweizer hierbleiben.»

«Der Lockdown in Österreich hat die Buchungen sicher beeinflusst», sagt Wyrsch. «Aber nicht nur. Zwei andere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle: die guten Erfahrungen, die wir letztes Jahr während der Pandemie gemacht haben und der Marketingaufwand, den wir betrieben haben.»

Unsicherheiten bleiben

Dass sich die Situation jederzeit verändern könnte, beunruhigt, trotz der Zuversicht durch die hohen Buchungszahlen: «Wir sind aber auch angespannt», sagt Andres Lietha, Direktor von Engelberg-Titlis Tourismus. «Man weiss ja nie, wie sich die Rahmenbedingungen noch ändern.»

«Wir haben schon jetzt ein sehr gutes Buchungsniveau im Vergleich zum letzten Jahr», sagt Michael Müller vom Hotel Hirschen in Wildhaus SG. Einen direkten Zusammenhang mit dem Lockdown in Österreich kann Müller nicht feststellen. Aber: «Wir haben seitdem deutlich mehr Bewerbungen im Bereich Gastro und Service.»

«Die Nichtplanbarkeit bleibt hoch», sagt auch Wyrsch. «Ausserdem fehlen uns bis zu 20 Prozent Mitarbeitende. Seit einer Woche gibt es in der Tat mehr Bewerbungen, das könnte uns in dieser Situation helfen.»

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