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Starke Zunahme der DelikteLockdown-Raser nutzen die leeren Strassen aus

Seit einem Monat verzeichnen Kantonspolizeien eine starke Zunahme von Raserdelikten. Die Lenker glauben offenbar, dass die Polizei weniger Kontrollen macht.

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dk
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Sieben Personen wurden nach einem Unfall auf der A51 bei Wallisellen festgenommen.

Sieben Personen wurden nach einem Unfall auf der A51 bei Wallisellen festgenommen.

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Der Grund: Es bestehe der dringende Verdacht, dass ein Raser-Rennen zum Unfall geführt hat, teilt die Kantonspolizei Zürich mit.

Der Grund: Es bestehe der dringende Verdacht, dass ein Raser-Rennen zum Unfall geführt hat, teilt die Kantonspolizei Zürich mit.

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Einer der Lenker, ein 29-jähriger Kosovare, sitzt in Untersuchungshaft.

Einer der Lenker, ein 29-jähriger Kosovare, sitzt in Untersuchungshaft.

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Auf der Autobahn A 51 in Wallisellen sind am letzten Sonntag mehrere Personen verletzt worden. Sieben Personen wurden in der Folge vorübergehend festgenommen, wie die Kantonspolizei Zürich heute mitteilte. Der Grund: Es bestehe der dringende Verdacht, dass ein Raserrennen zum Unfall geführt habe. Einer der Lenker, ein 29-jähriger Kosovare, sitzt in Untersuchungshaft.

«Seit rund einem Monat stellt die Kantonspolizei Zürich eine starke Zunahme von Raser- und Schnellfahrten fest», sagt Kapo-Sprecher Marc Besson zum Fall. «Nicht alle halten sich an den Grundsatz, zu Hause zu bleiben.» Doch nicht nur in Zürich, auch etwa in den Kantonen Bern oder Aargau gehen den Polizisten mehr Raser als normalerweise ins Netz.

«Auch wir haben festgestellt, dass momentan schneller gefahren wird», sagt Daniel Saridis, Sprecher der Kantonspolizei Aargau. Die Gründe dafür versuche man herauszufinden. Es gebe mehrere Aspekte, die hierbei ins Gewicht fallen würden: etwa der Frühlingsanfang oder das schöne Wetter. «Und, dass viele Leute jetzt offenbar das Gefühl haben, dass die Polizei jetzt weniger Kontrollen macht – was aber natürlich nicht stimmt.»

«Kein rechtsfreier Raum»

Gerade etwa im Bereich Spreitenbach auf der A 1 sei in letzter Zeit ein «Hotspot» entstanden, sagt Saridis. Innerhalb von sieben Tagen wurden acht Raser auf dem entsprechenden Autobahnabschnitt erwischt. «Die lange und gerade Autobahnstrecke ist geradezu prädestiniert zum Schnellfahren», sagt Saridis. Die Kantonspolizei Aargau wolle jetzt rund um den Rastplatz Würenlos vermehrt kontrollieren. «Nur wegen der Corona-Krise gibt es auf der Strasse keinen rechtsfreien Raum.»

Die Kantonspolizei Bern habe vergangene Woche sechs Personen nach Raserdelikten angehalten, sagt Sprecherin Jolanda Egger. «Es ist nicht ausgeschlossen, dass der eine oder andere dazu verleitet wird, schneller zu fahren, weil weniger Autofahrer unterwegs sind als normalerweise.» Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen würden weiterhin durchgeführt, sagt Egger. Immerhin sei die Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkungen ein wesentliches Element zur Unfallverhütung. «Und mit jedem Verkehrsunfallopfer werden die Spitäler in der jetzigen Situation noch mehr belastet.»

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