Exit-Plan: «Lockdown-Verlängerung ist für Fitnesscenter der Todesstoss»
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Exit-Plan«Lockdown-Verlängerung ist für Fitnesscenter der Todesstoss»

Laut dem Exit-Plan des Bundesrats soll Sport in Innenräumen frühestens ab dem 1. April wieder möglich sein. Die Verlängerung des Lockdowns sei für die Fitnessbranche existenzbedrohend, sagen Betroffene.

von
Daniel Krähenbühl
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Indoor-Sport soll aber frühestens ab dem 1. April möglich sein: Das hat der Bundesrat am Mittwoch mitgeteilt.

Indoor-Sport soll aber frühestens ab dem 1. April möglich sein: Das hat der Bundesrat am Mittwoch mitgeteilt.

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«Viele meiner Kollegen haben gehofft, dass sie ihre Fitnesscenter demnächst wieder öffnen dürfen. Die Verlängerung des Lockdowns ist für viele der Todesstoss», sagt Claude Ammann, Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verbands SFGV.

«Viele meiner Kollegen haben gehofft, dass sie ihre Fitnesscenter demnächst wieder öffnen dürfen. Die Verlängerung des Lockdowns ist für viele der Todesstoss», sagt Claude Ammann, Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verbands SFGV.

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Die existenzbedrohende Situation der Fitnesscenter werde durch dem Umstand verstärkt, dass in vielen Kantonen die versprochenen Hilfsgelder gar nicht oder nur zum Teil ausbezahlt worden sind, sagt Ammann.

Die existenzbedrohende Situation der Fitnesscenter werde durch dem Umstand verstärkt, dass in vielen Kantonen die versprochenen Hilfsgelder gar nicht oder nur zum Teil ausbezahlt worden sind, sagt Ammann.

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Darum gehts

  • Der Bundesrat hat am Mittwoch die Corona-Strategie für die kommenden Monate präsentiert.

  • Er sieht einen schrittweisen Ausstieg aus dem Lockdown vor.

  • Indoor-Sport soll aber frühestens ab dem 1. April möglich sein.

  • In der Fitnessbranche kann man das Vorgehen des Bundesrates nicht nachvollziehen.

Die Fitnessbranche tobt: Während Sportanlagen wie Tennis- oder Fussballplätze wieder öffnen dürfen, bleiben Indoor-Anlagen bis auf Weiteres geschlossen. Sogar der angekündigte Öffnungsschritt auf den 1. April steht noch auf wackligen Beinen. Zwar will der Bundesrat dann Sport in Innenräumen wieder erlauben – aber nur, wenn es die epidemiologische Lage auch zulässt.

«Viele meiner Kollegen haben gehofft, dass sie ihre Fitnesscenter demnächst wieder öffnen dürfen. Die Verlängerung des Lockdowns ist für viele der Todesstoss», sagt Claude Ammann, Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verbands SFGV. «Hart arbeitende Büezer, die sich ihr Geschäft über Jahre aufgebaut haben, werden so vom Bundesrat in den Konkurs getrieben. Das macht mich traurig.»

Die existenzbedrohende Situation der Fitnesscenter werde durch den Umstand verstärkt, dass in vielen Kantonen die versprochenen Hilfsgelder gar nicht oder nur zum Teil ausbezahlt worden sind, sagt Ammann. «Wenn das Geld nicht bald fliesst, sind viele von uns im April nicht mehr da», so Ammann. «Der Grossteil der Betriebe hat bis jetzt noch keinen einzigen Franken gesehen – die laufen auf dem Zahnfleisch.»

«Es geht um die Existenz»

Dass gewisse Kantone die beschlossenen Hilfen – trotz Vorgaben des Bundes – nicht auszahlen, bestätigt Tunç Karapalanci, Inhaber der Firma «well come Fit», die Fitnesscenter in den Kantonen Zürich, St. Gallen, Thurgau und Glarus betreibt. «Während die Härtefallgelder in Zürich unkompliziert bewilligt werden, zahlt etwa Glarus nur einen Bruchteil davon und in Thurgau erhält man nur einen Kredit.» Von der vom Bundesrat versprochenen Hilfe für KMU sei man weit entfernt.

Die Verlängerung des Lockdowns bis April sei für die Fitnesscenter verheerend, sagt Tunç. Vor allem, weil man dadurch die Fitness-Hauptsaison verpasse, die von Januar bis März dauere. «Im Januar kommen die Kunden wegen ihrer Neujahrsvorsätze. Im März, um im Sommer am Strand oder in der Badi gut auszusehen», sagt Tunç. «In dem Zeitraum machen wir den grössten Teil des Umsatzes. Dann zieht das Geschäft erst wieder im September an.» Vor allem für kleine Fitnesscenter und deren Beschäftigte gehe es darum jetzt um die Existenz. «Bereits jetzt stehen viele Lehrlinge auf der Strasse, weil Kollegen, die ein Fitnesscenter betreiben, den Lockdown nicht überlebt haben», sagt Tunç. «Den Leuten in unserer Branche geht es richtig schlecht.»

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