«Das ist alarmierend»: Löschmittel in Walliser Grundwasser gefährdet die Gesundheit

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«Das ist alarmierend»Löschmittel in Walliser Grundwasser gefährdet die Gesundheit

Jahrelang verwendete die Feuerwehr gefährliche Substanzen in ihren Brandlöschern. Nach Gebrauch gelangten Reste davon ins Grundwasser. Nun wird der Bund das Grundwasser landesweit prüfen.

von
Patrick McEvily
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Die Feuerwehr im Wallis hat jahrzehntelang den giftigen Stoff PFAS in ihren Löschsubstanzen verwendet.

Die Feuerwehr im Wallis hat jahrzehntelang den giftigen Stoff PFAS in ihren Löschsubstanzen verwendet.

20min/Marvin Ancian
Die gefährlichen Substanzen flossen unter anderem in der Rhone vom Standort der Chemiewerke Monthey flussabwärts. 

Die gefährlichen Substanzen flossen unter anderem in der Rhone vom Standort der Chemiewerke Monthey flussabwärts.

imago images/Apollo
Wie die Walliser Behörden bekanntgegeben haben, ist das Grundwasser überall dort verschmutzt, wo sich Übungsplätze der Feuerwehr befinden.

Wie die Walliser Behörden bekanntgegeben haben, ist das Grundwasser überall dort verschmutzt, wo sich Übungsplätze der Feuerwehr befinden.

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Darum gehts

  • Das Grundwasser im Wallis ist in Teilen verschmutzt und stellt eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar.

  • Ursache ist der Schadstoff PFAS, der im Brandlöschschaum der Feuerwehr verwendet wurde.

  • Der Bund wird nun das Grundwasser in der ganzen Schweiz prüfen.

Die Behörden im Wallis haben eine starke Verschmutzung des Grundwassers entdeckt. Verursacher ist die chemische Substanz PFAS (polyfluorierte Alkylverbindungen), welche für Mensch und Umwelt eine Gefährdung darstellt. Das Mittel wird unter anderem in Kosmetika, Farbe oder Elektronik verwendet. Gemäss den Behörden ist aber die Feuerwehr im Kanton für die Verschmutzung verantwortlich. Diese hat nämlich jahrzehntelang Löschsubstanzen mit dem Schadstoff verwendet.

«Das ist alarmierend. Wir müssen umgehend Massnahmen in die Wege leiten, damit sich die Verschmutzung nicht weiterverbreiten kann», sagte Christine Genolet-Leubin, Chefin der Walliser Dienststelle für Umwelt gegenüber SRF.

Das Grundwasser in der Schweiz ist gefährdet

Betroffen von der Verschmutzung sind all diejenigen Gebiete im Wallis, in deren Nähe sich Brandübungsplätze befinden. Zu besonders groben Verschmutzungen kam es bei den Gebieten rund um die chemische Industrie, darunter bei den Chemiewerken Monthey sowie bei der Lonza in Visp, wo die firmeneigene Werksfeuerwehr PFAS jahrelang verwendete. Mittlerweile wurde das Übungsgelände der Feuerwehr stillgelegt und die Erde nach Österreich abgetragen, um dort gereinigt zu werden: Ein Prozess, der bis zu zehn Jahre dauern kann. Die Chemiewerke in Monthey geben an, PFAS seit dem Jahr 2000 nicht mehr zu verwenden.

Das Bundesamt für Umwelt reagiert auf die Meldung aus dem Wallis und wird das Grundwasser in der Schweiz in den kommenden Jahren einer gründlichen Prüfung unterziehen. Rund um das Thema kommt es immer wieder zu Schlagzeilen. Letztes Jahr wurde bekannt, dass die Abbauprodukte von Pflanzenschutzmittel in 12 Kantonen zu erheblichen Verschmutzungen geführt haben. Diesen Sommer stimmen wir mit der Pestizid- sowie der Trinkwasser-Initiative gleich zwei Mal über die Frage ab, ob der Schweizer Boden stärker geschützt werden soll.

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