Aktualisiert 29.10.2007 17:55

Lösegeld? Entführter Schweiz ist frei

Der vor über einer Woche auf Haiti verschleppte französisch-schweizerische Filmemacher ist wieder frei. Ob Lösegeldzahlungen erfolgten, ist offen.

Der Schweizer war am vergangenen 20. Oktober von drei Bewaffneten entführt worden, als er zusammen mit einer Haitianerin in einem Auto in Petionville unterwegs war, einem Bezirk östlich von Port-au-Prince, in dem viele Ausländer und Diplomaten leben. Zwei Tage später ging dann bei Angehörigen des Schweizers eine Lösegeldforderung ein. Die örtliche Polizei nahm mehrere Personen für Befragungen fest.

Laut EDA wurde der Schweizer am Montagmorgen von seinen Entführern freigelassen. Nähere Angaben zum Fall machten die Schweizer Behörden im Interesse der laufenden Untersuchungen nicht. Entsprechend blieb offen, im Zusammenhang mit der Freilassung über irgendeinen Kanal Lösegeld geflossen ist. EDA-Sprecher Jean-Philippe Jeannerat sagte auf Anfrage lediglich, dass die nun erreichte Freilassung nicht Folge einer Polizeioperation gewesen sei. Das EDA dankte den haitianischen Behörden wie auch allen beteiligten Schweizer Diensten.

Die Waadtländer Kantonspolizei hatte nach der Entführung zusammen mit der Bundespolizei und dem EDA ein Dispositiv errichtet, das im 24-Stunden-Betrieb im Gang war. Je ein Beamter der Bundes- und der Kantonspolizei wurden nach Haiti abgeordert, wo das Generalkonsulat mit verstärkten Kräften die lokalen Verhandlungen unterstützte. Die Kriminalpolizei war zudem permanent mit der in der Waadt lebenden Freundin des Opfers sowie mit dessen Angehörigen in Kontakt.

Der Entführte hat mehrere Dokumentarfilme über Haiti gedreht. Zu seinen aktuellen Vorhaben gehörte ein Film über politisch engagierte Sänger. Im Karibikstaat leben derzeit rund 140 Schweizerinnen und Schweizer.

(sda)

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