Aktualisiert 14.06.2004 15:55

Lösung für «Stadion-Tram» gefordert

Der Zürcher Regierungsrat muss prüfen, wie er eine Tramlinie in Zürich West umsetzen will.

Der Kantonsrat hat am Montag ein dringliches Postulat der Kommission für Energie, Verkehrs und Umwelt (KEVU) mit 106 zu 51 Stimmen überwiesen.

Zur Standortförderung von ehemaligen Industrieflächen wie in Zürich West gehörten qualitativ hochstehende Verbindungen des öffentlichen Verkehrs, erklärte KEVU-Präsidentin Sabine Ziegler (SP, Zürich). Sie bedaure, dass wegen der Sparmassnahmen des Kantons keine Gelder fürs Tramprojekt vorhanden seien.

Die SVP bezeichnete das Postulat als unnötig. Angesichts des Widerstands gegen das geplante Stadion auf dem Hardturm rügte Sprecher Lorenz Habicher (Zürich) die Anwohner als «Tramerpresser». Sie wollten zwar ein Tram, aber kein Stadion. Er glaube aber, dass eine Tramerweitung ohne Stadion bei einer Volksabstimmung ohne Chance sein werde.

Es geht um Verkehr und nicht um Fussball

Für Esther Arnet (SP, Dietikon) hat das geplante Tram nichts mit Fussball zu tun. Es sei vielmehr eine Notwendigkeit, um den Westen der Stadt Zürich verkehrstechnisch zu erschliessen. Es sei im übrigen keine Sparmassnahme, wenn die Realisierung auf 2008 verschoben werde, wie es die Regierung in ihrer Stellungnahme zum Postulat vorsieht. «So günstig wie jetzt wird die Tramlinie nicht mehr gebaut werden können», sagte Arnet.

Für die CVP sei die Vorfinanzierung der Tramlinie durch die Stadt durchaus wünschenswert, sagte Willy Germann (Winterthur). Alle Massnahmen zur Rettung der Fussball-EM in Zürich würden von der Partei begrüsst. Allerdings müsse die Linienführung noch einmal überdacht und deutlich verbessert werden. Auch FDP, EVP und Grüne unterstützen das Postulat.

Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP) sicherte der Stadt Zürich bei der Umsetzung der Tramlinie ihre Unterstützung zu. Allerdings könne die Regierung wegen der angespannten Finanzlage erst ab dem Jahr 2008 90 Millionen Franken einschiessen. Allfällige Mehrkosten müssten von der Stadt und von dritter Seite übernommen werden. Auch eine Vorfinanzierung des Projekts müsse ohne den Kanton geschehen.

Fuhrer verwies zudem auf den Stadionrekurs-Entscheid des Regierungsrats, wonach das Stadion auch ohne die Realisierung des Trams ausreichend erschlossen sei. Allerdings müssten die Busverbindungen im Quartier verdichtet werden. (sda)

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