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StilexperteLöw ist modisch top, Lippi floppt

Trainingsanzug oder Schale? Für die Trainer der WM eine schwierige Entscheidung. Ein Stilexperte sagt, welche Coachs modisch punkten – und welche versagen.

von
Marco Lüssi
In Sachen Mode kann es Italiens Marcello Lippi (oben links) weder mit Jogi Löw (Mitte oben) noch mit Nordkorea-Coach Jong-Hun Kim aufnehmen (oben rechts). Hitzfeld (Mitte unten) sitzt der Anzug besser als Maradona (unten links), Rehhagel hat auch im Trainingsanzug Stil (unten rechts).  (Bilder: Reu/Key/Imago)

In Sachen Mode kann es Italiens Marcello Lippi (oben links) weder mit Jogi Löw (Mitte oben) noch mit Nordkorea-Coach Jong-Hun Kim aufnehmen (oben rechts). Hitzfeld (Mitte unten) sitzt der Anzug besser als Maradona (unten links), Rehhagel hat auch im Trainingsanzug Stil (unten rechts). (Bilder: Reu/Key/Imago)

Marcello Lippi sei der Schlimmste, sagt NZZ-Mode­experte Jeroen van Rooijen (39). «Sein Trainingsanzug ist drei Nummern zu gross, er wirkt darin wie ein Parkplatzwächter.» Lippi sei eine Schande für die einstige Stil-Nation Italien. Dass Trainer sich punkto Kleidung an ihrer Berufsbezeichnung orientieren, verurteilt er jedoch nicht generell: «Otto Rehhagel sieht in seinem Trainingsanzug richtig gut aus.»

Einen Trainer würde Van Rooijen auch Diego Maradona empfehlen. «Denn sein Anzug steht ihm nicht, er macht ihn noch pummeliger, als er sowieso schon ist.» Zu dick seien die Schulterpolster, zu spitz die Schuhe: «Dieser Aufzug, aber auch die Frisuren der Argentinien-Spieler erwecken den Eindruck, man habe es mit einem Kokain­dealer-Syndikat zu tun.»

Angesichts seiner Herkunft überrascht Nordkorea-Coach Jong-Hun Kim eher positiv: «Er trägt einen zeitgemässen Reisemantel – dumm nur, dass er so signalisiert, dass er bald wieder abreisen wird.» Wer aber ist die Nummer eins an der WM? «Ganz klar Jogi Löw mit seinen körperbetonten Anzügen, die Sportlichkeit und Eleganz vereinen», sagt Van Rooijen. Allerdings habe auch Löw gepatzt: Ein nackter Pulli unter dem Jackett wie beim ersten Spiel der Deutschen – das gehe streng genommen nicht. «Und für die Lässigkeit, die er beim zweiten Match im V-Neck-Shirt mit feiner Strickjacke zur Schau trug, haben ihn die Serben bestraft. » Modisch sorge Ottmar Hitzfeld zwar nicht für Sensationen, mit seinen gut taillierten Anzügen gebe er sich aber keine Blös­se: «Er kleidet sich, wie die Schweiz spielt: defensiv – aber es ‹verhebt›.»

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