Aktualisiert 18.04.2020 14:18

Kruger-Nationalpark

Löwen geniessen den Lockdown ohne Touristen

Im südafrikanischen Kruger-Nationalpark haben sich die Löwen den Lockdown zu Nutzen gemacht und die leeren Strassen und Golfplätze zurückerobert.

von
jab
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Auf seiner Patrouille durch den Kruger National Park entdeckte Parkaufseher Richard Sowry ein Rudel Löwen, dass sich auf die leere Strasse legte und ein Nickerchen machte. Mindestens acht Löwen und einige Jungtiere schliefen ungestört auf dem Asphalt.

Auf seiner Patrouille durch den Kruger National Park entdeckte Parkaufseher Richard Sowry ein Rudel Löwen, dass sich auf die leere Strasse legte und ein Nickerchen machte. Mindestens acht Löwen und einige Jungtiere schliefen ungestört auf dem Asphalt.

Kruger National Park
Der Nationalpark ist seit dem 25. März wegen des Coronavirus Lockdowns für Touristen geschlossen.

Der Nationalpark ist seit dem 25. März wegen des Coronavirus Lockdowns für Touristen geschlossen.

Kruger National Park
Deshalb sind die Strassen für die Tiere ungewohnt leer. Normalerweise sehe der Parkaufseher die Tiere nur in kälteren Winternächten auf den Strassen schlafen, wenn der Asphalt noch Restwärme abstrahlt.

Deshalb sind die Strassen für die Tiere ungewohnt leer. Normalerweise sehe der Parkaufseher die Tiere nur in kälteren Winternächten auf den Strassen schlafen, wenn der Asphalt noch Restwärme abstrahlt.

Kruger National Park

Auf seiner Patrouille durch den Nationalpark traute Parkaufseher Richard Sowry seinen Augen kaum. Nur etwa fünf Meter von ihm entfernt lag ein Rudel Löwen auf der Strasse. Normalerweise würde diese voller Touristen sein und die Löwen nicht in Sicht. Da der Kruger-Nationalpark, einer von Afrikas grössten Wildreservaten, aber seit dem 25. März wegen des Coronavirus Lockdowns für Touristen gesperrt ist, haben die Löwen die Strassen für sich erobert, wie BBC berichtet.

Mindestens acht Löwen und einige Jungtiere schliefen ungestört auf dem Asphalt, wie der «Guardian» berichtet. Die älteste Löwin dieses Rudels soll 14 Jahre alt sein, «was sehr alt ist für eine Löwin», wie Sowry zu BBC sagt.

«Raubkatzen und Wasser sind keine Freunde»

«Löwen sind sich Personen in Fahrzeugen gewohnt», so Sowry. «Sie fürchten sich eher vor Menschen, die zu Fuss unterwegs sind. Wäre ich also auf das Rudel zugegangen, hätten sie mich nicht so nah ran gelassen.»

Normalerweise sehe der Parkaufseher die Tiere nur in kälteren Winternächten auf den Strassen schlafen, wenn der Asphalt noch Restwärme abstrahlt. Es sei jedoch eine Gefahr für die Löwen, wenn sie die Strasse als sicheren Ort empfinden würden.

Aber: «Kruger ist ein wilder Park. Er war schon immer wild und ist es immer noch», sagt Sowry. Er wollte mit den Fotos den Menschen in dieser Situation eine Freude machen. Isaac Phaala, Mediensprecher des Kruger-Nationalparks sagte zur «BBC»: «Normalerweise verweilen die Löwen wegen dem Verkehr in den Büschen. Aber sie sind sehr klug und geniessen die Freiheit ohne uns.»

Auf die Frage wieso das Rudel anstatt im weichen Gras auf dem harten Asphalt liegt, beantwortet Phaala mit dem Regen am Vortag: «Der Asphalt war trockener als das Gras. Raubkatzen und Wasser sind keine Freunde.»

Löwen und Hyänen auf dem Golfplatz

Bereits anfangs Woche hat Jean Rossouw, Präsident des Skukuza Golf Clubs, der sich innerhalb des Nationalparks befindet, ebenfalls ein Rudel Löwen entdeckt. Zusammen mit einigen Hyänen spazierten sie über die grünen Wiesen des Golfparks. Einige Löwinnen tranken von den Teichen, andere jagten die Hyänen, berichtete der «Guardian».

Auch in den USA geniessen die Tiere ihre menschenfreie Zeit seit dem März. Im kalifornischen Nationalpark Yosemite tummeln sich auf einmal viele Bären. Der Park hat seit dem 20. März geschlossen. Seither habe es praktisch keine Menschen, dafür viele Bären auf den Strassen und an Strassenrändern.

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