22.11.2020 15:22

Langnau-Profi Samuel Erni erzählt«Logisch hätte ich lieber einen Knochenbruch als das Coronavirus»

Der Schweizer Eishockey-Profi Samuel Erni leidet unter den Nachwirkungen seiner Corona-Erkrankung. Der 29-Jährige kämpft, um wieder fit zu werden.

von
Laura Inderbitzin
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Samuel Erni erkrankte Ende Oktober am Coronavirus.

Samuel Erni erkrankte Ende Oktober am Coronavirus.

Foto: Pascal Müller (Freshfocus)
Den 29-Jährigen hat das Virus hart getroffen.

Den 29-Jährigen hat das Virus hart getroffen.

Foto: Urs Lindt (Freshfocus)
Er kämpft noch mit den Nachwirkungen, vor allem leidet er unter Atemproblemen.

Er kämpft noch mit den Nachwirkungen, vor allem leidet er unter Atemproblemen.

Foto: Pascal Müller (Freshfocus)

Darum gehts

  • SCL-Tigers-Spieler Samuel Erni leidet unter den Nachwirkungen von Covid-19.

  • Das Virus beeinträchtige vor allem seine Lunge und er ist noch nicht wieder fit.

  • Der 29-Jährige würde unter diesen Umständen gar ein Knochenbruch vorziehen.

«Am Anfang habe ich noch darüber gelacht», sagt Samuel Erni. Der Thurgauer ist Eishockeyspieler bei den SCL Tigers und Ende Oktober am Coronavirus erkrankt. Jetzt lacht er nicht mehr über das Virus. In einem Interview mit Mysports erzählt der 29-Jährige, wie er noch immer mit Covid-19 zu kämpfen hat.

«Es hat harmlos angefangen, mit einer verstopften Nase und etwas Kopfweh», so Erni. Da habe er sich noch nichts dabei gedacht, «wie bei einer normalen Grippe eben». Aber dann habe plötzlich seine Lunge angefangen, Probleme zu machen.

«Sonst fällst du vom Velo»

«Ich hatte plötzlich Atemnot. Auch wenn ich nur zu Hause in Quarantäne auf dem Sofa sass, konnte ich nicht mehr richtig atmen», erzählt er. Da sei ihm das erste Mal richtig bewusst geworden: Das Coronavirus dürfe man nicht unterschätzen, das sei wirklich etwas.

Das habe ihm auch Sorgen bereitet. Und er sagt: «Logisch hätte ich lieber einen Knochenbruch.» Dann wüsste er wenigstens, dass er in sechs Wochen wieder zurück und fit sei.

Hier ist das ganze Interview mit Samuel Erni zu sehen (ab Minute 22). (Video: Mysports via Youtube)

Jetzt ist für den 29-Jährigen viel Geduld und Vertrauen in die Ärzte gefragt. Er kann noch nicht wieder das leisten, was er vor Corona konnte. So sagt der SCL-Tigers-Spieler: «Plötzlich bringst du den Puls nicht mehr über 140, sonst fällst du vom Velo.»

Club unterstützt Erni

Erni kann auf Unterstützung zählen, wie er im Interview erleichtert bestätigt. «Ich bin froh, dass ich im Club als Mensch und nicht nur als Spieler angesehen werde. Die Verantwortlichen geben mir Zeit, um wirklich wieder fit zu werden. Das gibt mir Kraft und Vertrauen.» Bis jetzt ist noch unklar, wann der Thurgauer wieder aufs Eis zurückkehren kann.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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7 Kommentare
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Schützt euch

22.11.2020, 17:00

Geht es Mal jedem in den Kopf, dass Covid-19 auch junge, sportliche, gesunde Menschen hart treffen kann. Klar haben einige fast keine Symptome, jedoch kann niemand davon ausgehen, dass es einem nicht heftig erwischt und man ev. mit Langzeitschäden leben muss.

Romina

22.11.2020, 16:47

hätte.. hätte.. Fahrradkette.

Chris

22.11.2020, 16:26

Ich bin gerade froh, das zu lesen. Ich (M, 27) würde mein Krankheitsverlauf ähnlich wie Erni erklären und hier bin ich, 6 Monate nach dem positiven Test und bin immer noch davon entfernt, meine alte sportliche Form zu haben. Der Hausarzt weiss nichts anders als „weiter dran bleiben und dann geht es dann mal vorbei“. Ziemlich frustrierend! Gute Besserung Herr Erni! Hoffen wir, dass wie beide wieder zur alten Form zurückkommen :-)