Kritik an UBS: Lohn-Modell kann Boni-Exzesse nicht verhindern
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Kritik an UBSLohn-Modell kann Boni-Exzesse nicht verhindern

Die Anlagestiftung Ethos empfiehlt den Aktionären der UBS-Generalversammlung vom 15. April die Ablehnung des neuen Vergütungsmodells. Das vorgeschlagene Modell könne exzessive Vergütungen für UBS-Manager auf der Teppichetage nicht verhindern.

Eckpfeiler des neuen UBS-Vergütungsmodells sind die Einführung eines Bonus-Malus-Systems für den variablen Lohnbestandteil und die Einführung eines langfristigen Beteiligungsplans mit Aktien. Ethos begrüsse, dass das Bonus-Malus-System den auszubezahlenden Bonus über mehrere Jahre berechne und dass dieser bei schlechter Leistung einen Malus beeinhalten könne, teilte die Anlagestiftung am Mittwoch mit.

Maximalbonus fehlt

Allerdings sei kein Maximalbonus im Verhältnis zum Basissalär vorgesehen. Eine solche Beschränkung im Verhältnis zum Grundsalär fehle auch für die Anfangszuteilung von Aktien unter dem neuen Beteiligungsplan. Somit seien wie in der Vergangenheit Vergütungen für Führungsinstanzen mit einem variablen Lohnbestandteil von beispielsweise 80 bis 90 Prozent der Gesamtvergütung möglich. Vergütungspraktiken mit speziell hohen variablen Lohnbestandteilen seien jüngst auch von den Aufsichtsbehörden beanstandet worden, weil diese das Risiko bergen, falsche Anreize zu schaffen, schreibt Ethos. Die Grundsätze zur Corporate Governance der Anlagestiftung sehen vor, dass der variable Lohnbestandteil nicht höher als 50 Prozent der Gesamtvergütung sein sollte.

Ethos sei überzeugt, dass das von der UBS vorgeschlagene Vergütungsmodell exzessive Vergütungen mit zu hohen variablen Lohnbestandteilen nicht verhindern könne. Aus diesen Grund empfehle die Stiftung den Aktionären, das neue Modell an der kommenden Generalversammlung abzulehnen. Immerhin begrüsst es Ethos laut eigenen Angaben, dass der Verwaltungsrat der UBS die Aktionäre über das neue Vergütungsmodell abstimmen lässt. (dapd)

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