Lohndumping: Schlafen im Stall - für 500 Franken
Aktualisiert

Lohndumping: Schlafen im Stall - für 500 Franken

Dass das Sozial- und Lohndumping in der Schweiz seit dem Inkrafttreten der Personenfreizügigkeit zugenommen hat, belegten die Gewerkschaften mit einigen krassen Fällen.

Besonders bunt trieb es eine deutsche Zimmerei in Altenrhein SG, wie Vasco Pedrina, Co-Präsident der Grossgewerkschaft UNIA, am Donnerstag vor den Medien in Bern erklärte.

Die Firma bezahlte ihren russisch-sprachigen Arbeitern 10 bis 12 Euro Stundenlohn, weit unter Schweizer Verhältnissen. Die Leute übernachteten laut Pedrina auf schmutzigen Matratzen in einem Stall. Dafür zog ihnen die Firma auch noch 500 Franken im Monat vom Lohn ab.

Bei einem Luzerner Gipserbetrieb, so ein weiteres Beispiel Pedrinas, wurde einem Gewerkschafter nach einem Warnstreik eine Änderungskündigung mit einer Lohnkürzung von 800 Franken unterbreitet.

Als dieser sich weigerte, entliess ihn der Betrieb und stellte stattdessen einen deutschen Gipser an. Der Deutsche verrichtet die Arbeit für 20 Franken in der Stunde, 10 Franken weniger, als der Gesamtarbeitsvertrag vorsieht.

(sda)

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