Aktualisiert 26.08.2019 14:33

Verletzte und SchädenLokführer überfahren immer häufiger Rot

Noch nie wurden im Bahnverkehr so viele Signale missachtet wie letztes Jahr. Das kann Leben kosten.

von
chk
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Im letzten Jahr sind Lokführer 363 Mal über Rot gefahren: Signale in Erstfeld. (Archivbild)

Im letzten Jahr sind Lokführer 363 Mal über Rot gefahren: Signale in Erstfeld. (Archivbild)

Keystone/Sigi Tischler
2010 sind «Fehlhandlungen gegen Signale im Bahnverkehr» erstmals erfasst worden.

2010 sind «Fehlhandlungen gegen Signale im Bahnverkehr» erstmals erfasst worden.

Keystone/Christian Beutler
Durch missachtete Signale sind in den letzten acht Jahren 108 Personen verletzt worden. Ein Mensch kam gar ums Leben.

Durch missachtete Signale sind in den letzten acht Jahren 108 Personen verletzt worden. Ein Mensch kam gar ums Leben.

Keystone/Christian Merz

363 Mal sind Lokführer im letzten Jahr über Rot gefahren oder haben andere Signale missachtet. Ein Rekord, wie aus Daten des Bundesamts für Verkehr hervorgeht, in welche die «SonntagsZeitung» Einsicht hatte.

Als 2010 erstmals jede «Fehlhandlung gegen Signale im Bahnverkehr» erfasst wurde, zählte der Bund erst 224 solcher Fälle. Seither haben sie deutlich zugenommen. 108 Personen wurden bisher deswegen verletzt, 15 davon schwer. Beim Zugunglück in Granges-Marnand 2013 musste gar eine Person ihr Leben lassen.

Kosten von 56 Mio Franken

Die Sachschäden dabei sind enorm: Mehr als 56 Millionen Franken kosteten überfahrene Rotlichter seit 2010. Wie die Daten zeigen, ist häufig die Unachtsamkeit der Lokführer die Ursache.

Hubert Giger, Präsident des Lokführerverbands, sagt: «Der Arbeitsdruck der Lokführer ist gestiegen: Es gibt mehr Signale, die Geschwindigkeiten sind höher, die Beschleunigungen grösser.»

Laut den SBB verursachen nebst erfahrenen vor allem junge Lokführer Signalfälle. Die Bahnfirma bietet unter anderem Auffrischungskurse an und stellt Experten für Begleitfahrten. Im laufenden Jahr kam es laut den SBB bislang zu weniger Zwischenfällen als im Vorjahr.

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