Sektoren auf Perron: Lokführer wollen neues Halte-Konzept stoppen
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Sektoren auf PerronLokführer wollen neues Halte-Konzept stoppen

Noch mehr Stress, um die Pünktlichkeit zu erhöhen? So sehen es die Lokführer. Die SBB wollen mit neuen Halte-Sektoren Passagiere schneller einsteigen lassen.

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Die SBB sollten den am Montag in Laufen präsentierten Versuch mit kürzeren Perron-Sektoren zwecks flüssigeren Ein- und Aussteigens sofort abbrechen, fordert der Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF). Der Verband sieht die Sicherheit in Gefahr.

In einem Communiqué von heute Mittwoch kritisiert der Verband den im Laufental probeweise für ein Jahr eingeführten neuen Halteprozess als «unpraktikabel». Dem Lokpersonal dürfe man keine zusätzlichen Aufgaben auferlegen.

Punktgenauer Stopp bedeutet mehr Stress

Gefährlich sei vor allem, dass die Lokführer die neuen Halteorte für jeden Bahnhof während der Fahrt nachschlagen müssen. Auch während des Haltes lenke das Nachschlagen vom Abfahrprozedere ab, hiess es mit Verweis auf den Unfall von Granges-Marmand.

Arbeitet die SBB über dem Limit?

Ferner wird das Bundesamt für Verkehr vom VSLF aufgefordert zu verhindern, dass die SBB die bisherigen Haltesignale demontieren, damit sich das Lokpersonal nach den neuen «kundendienstlichen Sektorentafeln» richtet.

Im Übrigen dementiert der Verband SBB-Angaben, wonach das Lokpersonal beim Projekt integriert gewesen sei. SBB-Vertreter hatten am Montag vor den Medien eingeräumt, dass es im Lokpersonal Gegner des Versuches gebe. (zum/sda)

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