Nach Protestmarsch: London will islamistische Gruppe verbieten
Aktualisiert

Nach ProtestmarschLondon will islamistische Gruppe verbieten

In Grossbritannien wird eine islamistische Organisation verboten, die mit einem geplanten Protestmarsch gegen den britischen Afghanistan-Einsatz für Empörung gesorgt hat.

Die Gruppe Islam4UK sei ab Donnerstag verboten, erklärte Innenminister Alan Johnson am Dienstag. Das Vermögen der Organisation soll dann beschlagnahmt werden und Personen, die sich im Namen der Gruppe treffen, sollen festgenommen werden können.

Islam4UK wollte in Wootton Bassett, rund 120 Kilometer westlich von London, gegen den Afghanistaneinsatz protestieren und auf die getöteten afghanischen Zivilpersonen hinweisen. Der Ort ist im ganzen Land bekannt, weil dort der in dem Krieg getöteten Soldaten gedacht wird, wenn sie zurück in die Heimat gebracht werden.

Islam4UK reagierte empört auf das Verbot. Der im Libanon lebende geistliche Führer Omar Bakri Mohamed nannte es einen grossen Fehler und erklärte, die Entscheidung könne einige Mitglieder zu Gewalt verleiten, nachdem seine Gruppe bislang nie etwas mit Gewalt zu tun gehabt habe. Bakris Gruppe ist der Ansicht, dass Muslime nicht an britische Gesetze gebunden sind. Sie bekundete auch ihre Sympathie für Osama bin Laden und Al Kaida. Bakri wurde 2005 aus Grossbritannien ausgewiesen. (dapd)

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