Kuriositäten-Kabinett: Londoner Museum zeigt mumifizierte Erektion

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Kuriositäten-KabinettLondoner Museum zeigt mumifizierte Erektion

Ein knapp 18 Zentimeter langer Penis eines Gehängten ist die neuste Attraktion im Londoner Viktor Wynd Museum. Und das ist noch nicht alles.

von
jcg
Der mumifizierte Penis in seiner ganzen Pracht.

Der mumifizierte Penis in seiner ganzen Pracht.

Oskar Proctor/The Viktor Wynd Museum
Er soll über 200 Jahre alt sein und von einem gehängten Engländer stammen.

Er soll über 200 Jahre alt sein und von einem gehängten Engländer stammen.

Oskar Proctor/The Viktor Wynd Museum
Zu bestaunen ist er für ein Jahr im Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural History.

Zu bestaunen ist er für ein Jahr im Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural History.

Oskar Proctor/The Viktor Wynd Museum

Offiziell heisst die Londoner Institution The Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural History. Mit einem klassischen Museum hat sie aber kaum etwas zu tun. Das Viktor Wynd Museum erinnert viel eher an ein Kuriositätenkabinett aus längst vergangenen Zeiten. Ohne allzu grossen wissenschaftlichen Anspruch zeigt es eine wilde Sammlung an bizarren Gegenständen, die manchen Besucher erschauern lassen.

Der neueste Coup von Viktor Wynd ist eine mumifizierte Erektion, die er für eine Gebühr von 2500 Pfund (3100 Franken) pro Jahr von einem Sammler ausgeliehen hat. Der Penis gehörte offenbar einem Engländer aus dem 18. Jahrhundert, der wohl in dem Moment, als er aufgehängt wurde, eine Erektion bekam. Das ist nicht unüblich und wird durch Sauerstoffmangel im Gehirn ausgelöst.

Magische Eigenschaften

Es könnte sich allerdings auch um eine postmortale Erektion handeln. Dazu kommt es, weil das Herz nach dem Eintritt des Todes das Blut nicht mehr im Körper verteilt. Den Gesetzen der Schwerkraft gehorchend, fliesst dieses in die niedrigsten Stellen des Körpers. Im Falle eines Gehängten, der zu Abschreckungszwecken nach der Hinrichtung meist noch ein bisschen hängen gelassen wurde, sind das die Füsse und die Beine. Sind die voll, sucht sich das Blut seinen Weg auch in die Schwellkörper des Penis, was zu einer Erektion führt.

Wynd sagte dazu gemäss Metro.co.uk: «Ersticken führt oft zu einer Erektion und zu einer Ejakulation. Gehängte haben vielfach ejakuliert.» Körperteile von Hingerichteten brachten den Henkern oft Nebeneinkünfte ein. Ihnen wurden magische Eigenschaften zugeschrieben. «So gab es die Hands of Glory, mumifizierte Hände von Gehängten, die enorme Kräfte gehabt haben sollten.» Wynd gibt den Wert der Mumienerektion mit 100'000 Pfund (125'000 Franken) an. Die Authentizität des Penis wurde nicht von einer unabhängigen Stelle bestätigt.

Zyklopenschädel und Popstarkot

Im Museum von Viktor Wynd gibt es daneben auch antikes chinesisches Sexspielzeug, verschiedene mumifizierte Tiere und den Schädel eines Zyklopen zu bestaunen. Letzterer sei im 16. oder 17. Jahrhundert in Irland ausgegraben worden. Damals fand man dort viele solche Schädel. Erst später habe sich herausgestellt, dass es sich um Mammutschädel handelte, so Wynd.

Wynd nennt allerdings auch deutlich profanere Objekte sein Eigen. So ist im Museum ein Glas mit dem Kot der verstorbenen Sängerin Amy Winehouse ausgestellt. Gemäss Wynd war sie eine Freundin, und zusammen sei man auf die Idee für das gewöhnungsbedürftige Ausstellungsstück gekommen. Auch Russel Brands Schamhaare und Russel Crowes Urin gibts bei Wynd zu bestaunen.

The Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural History liegt im Londoner Stadtbezirk Hackney und ist von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Der mumifizierte Penis kann ab sofort für mindestens ein Jahr dort besichtigt werden.

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