Aktualisiert 09.08.2011 14:10

Nach UnruhenLondons Polizei verhaftet mehr als 160 Personen

Die schweren Ausschreitungen mit Brandanschlägen, Angriffen und Plünderungen haben zu 160 Festnahmen geführt. Mindestens 35 Polizisten sind verletzt worden.

Anwohner und Journalisten betrachten am Sonntag die Spuren der Zerstörung in Tottenham. Jetzt ist es in Enfield wieder zu Krawallen gekommen.

Anwohner und Journalisten betrachten am Sonntag die Spuren der Zerstörung in Tottenham. Jetzt ist es in Enfield wieder zu Krawallen gekommen.

Angesichts der schweren Ausschreitungen in London hat sich die Polizei am Montag schockiert über das Ausmass der Gewalt gezeigt. Die Beamten seien entsetzt über das «empörende Mass an Gewalt», das gegen sie gerichtet gewesen sei, sagte Polizeisprecherin Christine Jones. Bis zum Montag wurden mehr als 160 Menschen festgenommen. Die Polizei kündigte weitere Ermittlungen an, um Plünderer und Gewalttäter festzunehmen.

«Das alles hat sich von einem lokalen Thema hin zur organisierten Kriminalität gewandelt», sagte der stellvertretende Polizeichef Steve Kavanagh. «Wir werden sicherstellen, dass dieses Verbrechertum nicht weitergehen kann.»

Ausgangspunkt der Gewalt war am Samstagabend der Stadtteil Tottenham. Am Sonntagabend und in der Nacht zum Montag sei es auch in anderen Teilen der Stadt zu Unruhen gekommen, darunter im Haupteinkaufsviertel am Oxford Circus. Gruppen junger Leute hätten Geschäfte geplündert, Polizisten angegriffen und Fahrzeuge in Brand gesteckt, erklärte die Polizei. Etwa 35 Sicherheitskräfte seien verletzt worden.

Lage in Tottenham beruhigt sich

In Tottenham war die Lage am Sonntagabend ruhig. Allerdings kam es im wenige Kilometer nördlich gelegenen Vorort Enfield und in Walthamstow im Nordosten von London zu Plünderungen. In Walthamstow randalierten nach Polizeiangaben rund 30 Jugendliche und räumten Geschäfte aus.

Anlass der Ausschreitungen in Tottenham war der Tod eines 29-Jährigen bei einem Polizeieinsatz in der vergangenen Woche unter noch ungeklärten Umständen.

Angesichts der Bilder von brennenden Gebäuden und Fahrzeugen, die rund um die Welt gezeigt wurden, wurde Kritik am Londoner Bürgermeister Boris Johnson laut, der seinen Urlaub nicht abbrach. Sein Stellvertreter Kit Malthouse verteidigte ihn. «Sollte er auf diese kriminellen Provokateure reagieren und zurückkommen? Ich glaube, das würde bedeuten, sie zu belohnen», sagte er dem Sender Sky News. Mithilfe der modernen Kommunikation könne der Bürgermeister an allen Konferenzen teilnehmen.

(Quelle: YouTube)

(dapd)

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