Versteigerung: Lord Nelsons teure Ménage-à-trois
Aktualisiert

VersteigerungLord Nelsons teure Ménage-à-trois

Admiral Horatio Nelson ist nicht nur berühmt für seine Heldentaten auf hoher See, sondern auch für sein pikantes Dreiecksverhältnis mit Lady Hamilton und ihrem Ehemann. Dieses war eine sehr kostspielige Angelegenheit.

Schon 200 Jahre vor dem Spesenskandal im Unterhaus pflegten hochrangige Persönlichkeiten in Grossbritannien einen lockeren Umgang mit Geld. Das gilt auch für Horatio Viscount Nelson, einen von Englands grössten Helden und Admiral im Dienste des Königs. Dies belegen Haushaltsrechnungen des Seehelden, die nächsten Monat bei Christie's in London versteigert werden.

Sie betreffen eine pikante Phase in Nelsons Leben. 1801 zog seine Geliebte Emma Hamilton bei ihm ein – zusammen mit ihrem Ehemann Sir William Hamilton. Dessen offensichtliche Tolerierung der Affäre – aus der eine uneheliche Tochter hervorging – bietet bis heute Stoff für Spekulationen von Historikern und Klatschmäulern. Die Rechnungen zeigen nun: Die beiden Männer teilten sich nicht nur die Frau, sondern in der Regel auch die Kosten für ihren überaus kostspieligen Unterhalt.

Bis 30 000 Franken pro Woche

Die wöchentlichen Ausgaben betrugen bis 30 000 Franken nach heutigen Wert, berichtete der «Daily Telegraph», der auch den Spesenskandal enthüllt hatte. Das Geld erhielten lokale Händler für frisches Fleisch, Fisch oder Austern, die Lady Hamilton besonders gemocht haben soll. Die Hausangestellten wurden im Vergleich dazu miserabel entlöhnt. «Die Rechnungen bieten einen wertvollen Einblick in das Leben in England vor Trafalgar», sagte Thomas Venning, ein Handschriftenexperte von Christie's.

In der Schlacht von Trafalgar 1805 fiel Lord Nelson. Danach war Schluss mit Luxus für Lady Hamilton, denn zwei Jahre zuvor war bereits ihr Mann gestorben. Sie selber starb 1815 in Calais, wohin sie vor ihren Gläubigern geflüchtet war, an den Folgen von Alkoholmissbrauch.

(pbl)

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