Mit 87 gestorben: Loriot ist tot
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Mit 87 gestorbenLoriot ist tot

Seine zahlreichen Sketche sind legendär, jetzt ist Vicco von Bülow alias Loriot tot. Der deutsche Humorist starb im Alter von 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See.

von
sim

Vicco von Bülow alias Loriot ist in der Nacht des 22. August in Ammerland am Starnberger See (D) im Alter von 87 Jahren gestorben. Dies teilte der Diogenes Verlag am Dienstag mit.

Loriot gehörte zu den grössten deutschen Komikern der Nachkriegszeit. Legendär sind seine Sketche - etwa die Nudel im Gesicht beim verpatzten Rendezvous, der missglückte Auftritt des Lottogewinners Erwin Lindemann oder die Cartoons «Herren im Bad» und «Das Frühstücksei». Auch seine beiden Kinofilme «Ödipussi» (1988) und «Pappa ante portas» (1991) begeisterten Millionen Menschen.

Loriot wurde zunächst mit Zeitschriften-Cartoons und Knollennasenmännchen bekannt. Später kamen die Fernseh-Sketche, etwa in der ARD-Serie «Loriot I-VI» (Erstausstrahlung 1976-1979), hinzu. In Sketchen wie jenen über die Familie Hoppenstedt trat Loriot meist selbst als wandlungsfähiger Schauspieler hervor, oft mit seiner 2007 gestorbenen Kollegin Evelyn Hamann.

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«Deutschlands komischste Figur»

Geboren wurde Loriot unter dem bürgerlichen Namen Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow am 12. November 1923 im deutschen Brandenburg an der Havel. Manche nannten ihn auch den «Karl Valentin des Cartoons und der Fernsehunterhaltung» oder «Deutschlands komischste Figur».

Auf jeden Fall war Loriot, der sich nach dem französischen Wort für das Wappentier seiner Familie benannte (loriot = Pirol), einer der populärsten Deutschen. In Umfragen nach der Beliebtheit kam er regelmässig auf einen der vordersten Plätze. Im Jahr 2007 landete er bei der ZDF-Sendung «Unsere Besten - Komiker & Co» auf Platz eins.

Zahlreiche Auszeichnungen

Loriot wurde mit zahlreichen Film- und Fernsehpreisen ausgezeichnet. 1973 erhielt er den Grimme-Preis in Silber, 1984 den Erich-Kästner-Preis für Literatur, 2004 den Jacob-Grimm-Preis, 2007 den Wilhelm-Busch-Preis für sein Lebenswerk und 2009 den Lola- Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie.

Mit «Auf den Hund gekommen» (1954) zählte Loriot zu den ersten Autoren des Zürcher Diogenes Verlags. Insgesamt publizierte der Verlag 114 Loriot-Bände. Die Gesamtauflage erreichte mehrere Millionen, wie der Verlag weiter mitteilte. Mitte September erscheint das letzte Buch des Humoristen: «Bitte sagen Sie jetzt nichts, Gespräche mit Loriot aus vier Jahrzehnten».

«Kosakenzipfel» von und mit Loriot und den Schauspielern Gerda Gmelin, Heinz Meier und Evelyn Hamann. Quelle: YouTube.

«Das Frühstücksei».

Quelle: YouTube. (sim/sda)

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