«Hochsexualisierter» Inhalt: «Love Life»-Kampagne kommt vor Gericht

Aktualisiert

«Hochsexualisierter» Inhalt«Love Life»-Kampagne kommt vor Gericht

Dutzende Kinder und Jugendliche hatten die Kampagne stoppen wollen, doch das Bundesamt für Gesundheit war nicht auf die Beschwerde eingegangen. Jetzt zieht die Gruppe vor Gericht.

35 Kinder und Jugendliche sind wegen der «Love Life»-Kampagne des Bundesamts für Gesundheit (BAG) mit einer Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht gelangt. Das BAG hatte ihr Gesuch um einen Stopp der Kampagne nicht behandelt. Sie stören sich am «hochsexualisierten» Inhalt der Plakate.

Die Medienstelle des Bundesverwaltungsgerichts bestätigte auf Anfrage, dass eine Beschwerde in dieser Sache hängig sei. Die 35 Kinder und Jugendlichen und ihre Eltern werden von der Stiftung Zukunft CH und weiteren Organisationen unterstützt. Sie fordern die Beendigung der «Love Life»-Kampagne, weil durch die «hochsexualisierten» Inhalte schutzwürdige Interessen von ihnen verletzt werden.

Bundesrat unterstützt Kampagne

Gemäss einer Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts erhielt das BAG bis am Montag die Gelegenheit «zum Gesuch auf vorläufige Einstellung der Kampagne «Love Life» im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme Stellung zu nehmen». Zum Inhalt der Stellungnahme wollte sich das BAG auf Anfrage der sda nicht äussern.

Der Bundesrat unterstützt die Präventionskampagne und bezeichnet sie als einen Erfolg. Sie habe nichts mit Pornografie zu tun, schrieb er in seinen Antworten auf mehrere Vorstösse aus den Reihen von EVP und CVP.

Gestartet hatte das BAG die Kampagne im Mai mit einem Aufruf, am Casting für die Plakatsujets teilzunehmen. 250 Personen meldeten sich. Fünf Paare wurden schliesslich ausgewählt und von der Starfotografin Diana Scheunemann in eindeutigen Posen fotografiert. (sda)

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