Loveparade-Tragödie: Loveparade-Gutachten bringt keine Klarheit
Aktualisiert

Loveparade-TragödieLoveparade-Gutachten bringt keine Klarheit

Trotz neuem Untersuchungsbericht bleibt die Verantwortung für die Massenpanik an der Loveparade in Duisburg mit 21 Toten und über 500 Verletzten ungeklärt.

Die Stadt Duisburg wies die Verantwortung für das Desaster in einem Zwischenbericht zurück, der am Mittwoch im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags beraten wurde. Nach dem Unglück vom 24. Juli hatten sich Stadt, Veranstalter und Polizei wiederholt gegenseitig Versäumnisse vorgeworfen.

Auch bei den Beratungen des von einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei im städtischen Auftrag erstellten Zwischenberichts wurden erneut unterschiedliche Sichtweisen hinsichtlich der Zuständigkeit der Polizei auf dem Loveparade-Gelände deutlich.

Für das Veranstaltungsgelände und den zum Unglückszeitpunkt überfüllten Zugangstunnel sei neben dem Loveparade-Veranstalter Lopavent auch die Polizei zuständig gewesen, schrieb die Kanzlei in ihrem vorläufigen Bericht.

Polizei sieht Fehler nicht bei sich

Dagegen bekräftigte Nordrhein-Westfalens Polizei-Inspektor Dieter Wehe, die Verantwortung für den ordnungsgemässen Ablauf der Techno- Parade auf dem Veranstaltungsgelände habe «ausschliesslich der Veranstalter» gehabt.

Der Polizei-Inspektor wandte sich auch gegen den im Duisburger Zwischenbericht indirekt erhobenen Vorwurf, das Nachströmen von Besuchern auf das Loveparade-Gelände sei durch Polizei-Fahrzeuge behindert worden.

Der Innenminister des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger, wies in der Ausschusssitzung erneut auf die Verantwortung von Stadt und Veranstalter für das Sicherheitskonzept hin. «Ich werde nicht zulassen, dass die Polizei als Sündenbock für die Fehler und Versäumnisse anderer herhalten muss», sagte er.

Ursache für den Polizeieinsatz auf dem Veranstaltungsgelände sei das Versagen des Sicherheitskonzepts gewesen, für das Veranstalter und Stadt verantwortlich gewesen seien. (sda)

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