Aktualisiert 15.12.2010 18:54

Star-StyleLowe macht high

Ihre Mutter ist eine durchgeknallte ­Musikerin. Ihr ­Vater will nichts von ihr wissen. Wie kann Daisy Lowe nur so nett sein?

von
Violet Kiani
«Dünn wie ein Besenstiel zu sein, ist so unsexy»: Model Daisy Lowe, 21.

«Dünn wie ein Besenstiel zu sein, ist so unsexy»: Model Daisy Lowe, 21.

ie Bezeichnung It-Girl ist heutzutage eher eine Beleidigung als eine Auszeichnung. Meist meint man damit ein hübsches Mädchen, gezeugt von berühmten Eltern, für kurze Zeit in Modemagazinen als Stil-Ikone gehypt — doch viel mehr steckt dann nicht dahinter. Und so sagt Daisy Lowe: «Ich hasse es, It-Girl genannt zu werden.» Obwohl, hübsch ist sie, berühmte Eltern hat sie auch, die Lifestyle-Magazine reis­sen sich um sie, und obendrein geht die Londonerin den typischen It-Girl-Tätigkeiten nach: modeln, Platten auflegen, Schmuck designen, und bald kommt auch noch die eigene ­Modelinie.

Die einzige Normale

Was man über Daisy Lowe aber nicht weiss: Für eine 21-Jährige ist sie viel zu anständig und verantwortungsbewusst. Sie ist ein Mädchen, das Swarovski dazu bringt, 20 Prozent der Einnahmen aus der gemeinsamen Schmuckkollektion für Projekte gegen den Klimawandel zu spenden. Man kann sich vorstellen, dass sie bestimmt toll Kranke pflegen kann. Und dies trotz oder wegen einer verrückten Musikerinnen-Mutter, die in den 90ern zur berühmten Primrose-Hill-Gang gehörte — ebenso wie die nichts Gutes im Schilde führenden Kate Moss und Sadie Frost. Als Kind übernimmt Daisy in ihrer Familie immer wieder die Mutterrolle, wickelt und füttert ihre kleinen Brüder, wenn Mama Pearl zu bedröhnt oder depressiv ist, um das selber zu tun. «Ich konnte gegen meine Mutter nur rebellieren, indem ich völlig normal war», sagt sie. Drogen sind für Daisy tabu. Das meint sie so ernst, dass Drogen auf ihrer letzten Geburtstagsparty explizit verboten waren. «Die ältere Generation hat uns gezeigt, was Drogen anrichten können. Wir müssen unsere Körper nicht mehr kaputt machen.» Über ihre Raben­mutter spricht sie nur liebevoll, und sie hilft ihr, als Designerin Erfolg zu haben. Über ihren leiblichen Vater Gavin Rossdale, der nichts mit ihr zu tun haben will, hat sie bis heute kein schlechtes Wort verloren. Und niemals würde sie über eine ehemalige Liebe lästern, so wie ihr Ex Mark Ronson es gerade tat: «Daisy ist wirklich süss. Aber in dieser Beziehung wurde ich zum Klischee.»

«Eine Sexbombe»

Daisys Körper ist ihr Kapital. Mit 15 wird sie von einem Modelscout entdeckt. Mit 17 bricht sie die Schule ab, «weil ich einfach zu viele coole Angebote bekam». Kampagnen für Agent Provocateur, Marc by Marc Jacobs und Pringle of Scotland. Fotostrecken in der italienischen, britischen und in der japanischen «Vogue». Modeschauen für Chanel, Burberry und Vivienne Westwood Red Label — anders als andere It-Girls ist Daisy Lowe ein Model, das tatsächlich modelt. «Sie ist eine Sexbombe», urteilt Vivienne Westwood. Ein bisschen liegt das an ihrer rauchigen Stimme, aber zum grössten Teil an ihrem gesunden Schneewittchen-Look und der Pin-up-Figur. Es ragen keine Knochen spitz aus ihrer Hüfte, ihre Rippen sind nicht schon vom Weltall aus sichtbar – aber wer Mode für den strengen Karl Lagerfeld präsentiert, Dessous für Agent Provocateur modelt und fast nackt in einem Video für das Männermagazin «Esquire» tanzt, ist mit einem perfekten Körper gesegnet. «Dünn wie ein Besenstiel zu sein, ist so unsexy», sagt sie. Und wir sagen: We love Daisy Lowe.

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