Verschwundene Briten: «Lückenlose Kontrolle nicht möglich» – Wallis wehrt sich gegen Verbier-Spott
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Verschwundene Briten«Lückenlose Kontrolle nicht möglich» – Wallis wehrt sich gegen Verbier-Spott

Spott sei nach der Abreise von hunderten Quarantäne-Briten fehl am Platz, sagt der Präsident der Walliser Regierung. Man habe das Menschenmögliche unternommen. Dafür greift er den Bund an.

von
Daniel Waldmeier
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«Hoteliers, Verkehrsbüros, Wohnungsvermieter – sie alle wurden angeschrieben», sagt der Walliser Staatsrat Christophe Darbellay.

«Hoteliers, Verkehrsbüros, Wohnungsvermieter – sie alle wurden angeschrieben», sagt der Walliser Staatsrat Christophe Darbellay.

Aus Verbier ist die Hälfte der britischen Skitouristen spurlos verschwunden.

Aus Verbier ist die Hälfte der britischen Skitouristen spurlos verschwunden.

imago images/IP3press
Die 200 Touristen haben sich verbotenerweise aus der Quarantäne begeben. Wo sie alle hin sind, ist unklar. Einige sind nach Frankreich gereist.

Die 200 Touristen haben sich verbotenerweise aus der Quarantäne begeben. Wo sie alle hin sind, ist unklar. Einige sind nach Frankreich gereist.

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Darum gehts

  • Der Chef der Walliser Regierung nimmt Stellung zur nächtlichen Abreise von britischen Touristen in Verbier.

  • Er weist die Kritik am Kanton zurück. Dieser habe die Passagierdaten vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu spät erhalten. Das BAG bestreitet das.

Von den 420 Gästen, die in den Orten Verbier und Bagnes in Quarantäne gehen sollten, sind weniger als ein Dutzend noch im Wallis. Wie der Sprecher der Gemeinde Bagnes zur Nachrichtenagentur DPA sagt, haben sich inzwischen einige aus Frankreich gemeldet. Auf Social Media sorgt der Umstand für Spott.

Unklar ist, welcher Teil der Briten über reguläre Rückkehrflüge mit besonderen Schutzmassnahmen zurück in die Heimat geflogen ist. Der Walliser Regierungspräsident Christophe Darbellay wehrt sich gegen den Vorwurf, zu wenig unternommen zu haben, um die Quarantäne der Briten durchzusetzen. «Ein Teil der Gäste ist mit dem Auto direkt abgereist. Sie sind jetzt wohl in London in Quarantäne.» Über deren Verhalten regt er sich nicht auf. «Es gibt auch eine Eigenverantwortung», so Darbellay.

«Die Grenze ist ein Sieb»

Kritik übt der CVP-Politiker dafür am Bundesamt für Gesundheit (BAG): «Die Liste mit den Passagierdaten hat gefehlt. Das hat unsere Arbeit unnötig erschwert.» Er wisse nicht, wieso Bern die Daten nicht schneller geliefert habe.

Dennoch habe der Kanton alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Quarantäne-Vorschriften durchzusetzen: «Hoteliers, Verkehrsbüros, Wohnungsvermieter – sie alle wurden angeschrieben.» Dass nicht jeder in einem Chalet oder einer Zweitwohnung reagiert habe, sei klar. Und man dürfe nicht vergessen, dass man durch ganz Europa reisen könne, ohne sich ausweisen zu müssen. «Die Grenze ist ein Sieb.» Eine lückenlose Kontrolle sei schlicht nicht möglich, obwohl es im Wallis überall von Polizisten wimmle.

Das BAG hatte nach eigenen Angaben noch am 21. Dezember – an diesem Tag erliess der Bundesrat die Quarantänevorschrift – erste Daten von Flugpassagieren aus Grossbritannien und Südafrika an den Kanton Wallis geliefert. Die letzte Übermittlung datiere vom 24. Dezember. Angefordert hat der Bund bei den Airlines die Daten von 92 Flügen aus Grossbritannien. Zu prüfen wären demnach gegen 10’000 Namen.

Rückwirkende Quarantäne-Pflicht

Der Bundesrat hatte am vergangenen Montag auf Ausbreitung von neuen, möglicherweise deutlich ansteckenderen Corona-Varianten in Grossbritannien und Südafrika reagiert. Alle Personen, die seit dem 14. Dezember 2020 aus den beiden Ländern eingereist sind, müssten sich gemäss Gesetz für zehn Tage in Quarantäne begeben.

Zudem hat die Regierung ein Einreiseverbot verhängt. Keiner der drei bislang in der Schweiz nachgewiesenen Covid-Fälle mit dem mutierten Virus betrifft das Wallis.

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